Rodenkirchen Matthias Nass ist bestens vorbereitet auf das Konzert. „Ich hab‘ mir bei You Tube einige plattdeutsche Lieder von euch angehört und die Texte gelernt“, sagt er zu Mathias Kramer. Matze Kramer ist Gitarrist und Sänger des Shantychors Rodenkirchen, und er freut sich, dass so viele Freunde der Sänger das Konzert in der Markthalle nicht verpassen wollen.

Er begrüßt sie mit Umarmungen, und mit vielen Besuchern wechselt er ein paar Sätze. Und damit nimmt Matze Kramer schon die Stimmung des ganzen Abends in der Markthalle vorweg: Der Auftritt des Shantychors Rodenkirchen ist viel mehr als ein Konzert. Er ist eine Party, ein feucht-fröhliches Treffen von Freunden. Bestimmt 200 Leute versammeln sich vor der Bühne, die die Sänger maritim geschmückt haben.

Nebel auf der Bühne

Zwei Leuchttürme, die sogar leuchten, Fischernetze, in denen sich Fische gefangen haben, Taue, ein Steuerrad und ein großer Anker sprechen für einen echten Seemannsabend, der nach Labskaus und Rum schmeckt. Aber dazu will das Publikum nicht so recht passen. Es umfasst nahezu alle Generationen vom Jugendlichen bis zum Rentner.

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Die Atmosphäre erinnert an ein Rockkonzert, mehrfach tritt die Nebelmaschine in Aktion. Und so fordert der Sänger und Banjospieler Lars Steenken, der sich „Montana“ nennt, die Zuhörer zum Mitsingen auf: „Wir sind auf jede Stimme angewiesen, wie die CSU in Bayern.“

Und so überrascht es auch keinen Zuhörer, als Matze Kramer im ersten Set enthüllt, von wem das ziemlich seemännisch klingende Lied mit dem Refrain „Ein Sturm zieht auf über dem Atlantik, keiner weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt“ eigentlich ist, nämlich von der Oldenburger Punk-Band „Bitume“, die schon mehrfach Gast beim Nordenhamer Fonsstock-Festival – genau wie die 18 Mitglieder dieses ungewöhnlichen Shantychors.

Jedes Jahr kommen sie dorthin, in ihrer Chorsänger-Kluft mit Fischerhemd und Halstuch. Noch nie haben sie den Auftritt des Shantychors Nordenham verpasst, mit dem das Sonnabend-Programm beginnt. Und auch die übrigen Bands hören sich die Sänger an, genau wie viele aus ihrem Publikum.

Iggy Pop und Tote Hosen

Überhaupt gehen die Rodenkircher Shantysänger gern zu Konzerten. Rock, Punk und Ska haben es ihnen besonders angetan – und natürlich der Shantychor Nordenham. Und weil ihnen diese Musik nun mal gefällt, haben sie sie in ihr Konzert aufgenommen. Zu den 34 Liedern, die sie an diesem Abend singen, gehören nicht nur Seemannslieder, Shantys und traditionelle Shantys, sondern eben auch Rock, Punk, Ska und Irish Folk. Iggy Pop ist zu hören, die Toten Hosen und Bitume. „Wir sind eben kein typischer Shantychor“, sagt Matze Kramer.

Die Zuschauer sind begeistert, sie haben lange auf dieses dritte große Konzert der mittlerweile 18 Sänger gewartet. Im vergangenen Jahr hatte der Shantychor kein eigenes großes Konzert veranstaltet. Matze Kramer verhehlt nicht, dass er Lampenfieber hat. Aber die Freude überwiegt: „Wir haben da richtig Bock drauf.“

Diese Stimmung springt vom ersten Ton an auf das Publikum über, das keine Aufwärmphase braucht. Auftakt ist, wie immer, „Männer mit Bärten“, ein klassisches Seemannslied. Dass die Sänger nur wenig für ihren Auftritt geübt haben, fällt nicht weiter auf. Sie sind noch in Übung von ihren vergangenen Auftritten.

Doch ganz ohne offiziellen Segen kann das Konzert nicht beginnen: Bürgermeister Klaus Rübesamen hält zu Beginn eine kurze Ansprache.


Ein Live-Video von dem Konzert finden Sie auf der Homepage der Wesermarsch-Zeitung bei   www.facebook.com 
Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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