Rodenkirchen Die Tradition des Osterfeuers ist in der Wesermarsch ist nicht in Gefahr. Das betont Matthias Wenholt, der Umweltdezernent der Kreisverwaltung. Es sei aber erforderlich, Belange der Förderung des Brauchtums grundsätzlich mit den Schutzgütern von Mensch und Umwelt abzuwägen.

Die Natur schützen

Zu diesen Schutzgütern gehörten neben der Gesundheit der Menschen auch Werte wie Denkmalschutz, Brandschutz, Immissionsschutz, Abfallrecht und der Schutz von Flora und Fauna. Mit seiner Stellungnahme reagiert Matthias Wenholt auf die Absage des Osterfeuers des Bürgervereins Strohausen wegen der Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung.

Dieses Osterfeuer liegt unmittelbar am Naturschutzgebiet Strohauser Vorländer. Der Verein hatte es abgesagt, weil sich die Untere Naturschutzbehörde vorbehalten hatte, das Abbrennen noch einen Tag vor dem Termin zu untersagen.

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In einem Gespräch mit Bürgermeister Klaus Rübesamen hatten alle Veranstalter von großen Osterfeuern in Stadland die Sorge geäußert, dass die Tradition wegen zu hoher Auflagen in Gefahr sei.

Dem widersprach Matthias Wenholt: Die Kreisverwaltung habe weder gegenüber dem Bürgerverein noch gegenüber der Gemeinde grundsätzliche Bedenken gegen das Abbrennen des Osterfeuers ausgesprochen. Das hatte der Bürgerverein Strohausen allerdings auch nicht behauptet. Vielmehr hatte der Verein seinem Vorsitzenden Wilfried Schellstede nicht die vollständige Verantwortung für eine Entscheidung in letzter Minute aufbürden wollen.

Die Absage des Bürgervereins sei bedauerlich, sagt Wenholt, aber die Auflagen seien der besonderen Lage an einem wertvollen Schutzgebiet geschuldet. Sie stellten jedoch kein grundsätzliches Verbot für dieses oder andere Osterfeuer dar.

Besonderer Platz

Aufgrund der von Umweltverbänden im vergangenen Frühjahr geäußerten Kritik am Ort des Osterfeuers habe die Untere Naturschutzbehörde schon im Herbst 2019 das Gespräch mit dem Bürgerverein gesucht, um eine einvernehmliche Lösung für diesen besonderen Brennplatz zu finden.

Dabei sah es die Behörde als unumgänglich an, dass  keine Feuerwerkskörper in Richtung Schutzgebiet abgeschossen und keine Laser- und Lichtstrahlen in diese Richtung gelenkt werden,  dass das Brennmaterial ein Volumen von 150 Kubikmetern nicht überschreitet  und dass das Schutzgebiet hinter dem Deich nicht mit Musik beschallt wird.

Zudem müsse das Schutzgebiet wie in den Vorjahren abgesperrt werden, hieß es.

In der Vergangenheit habe das Osterfeuer besonders geschützte Brutvogelarten in dem Naturschutzgebiet nicht beeinträchtigt, betont Matthias Wenholt. Allerdings sei im vergangenen Jahr durch die Hitze des Feuers Röhricht im Schutzgebiet niedergebrannt, so dass es erforderlich gewesen sei, hier über Schutzvorkehrungen nachzudenken.

Sorgen um das Osterfeuer als Institution in der Wesermarsch seien unbegründet, sagte Matthias Wenholt: Die nach wie vor konstante Anzahl der Osterfeuer im Landkreis und der Umstand, dass bisher alle Osterfeuer ohne Schäden an Mensch, Natur oder Sachgütern stattgefunden hätten, seien ein Beleg dafür, dass die Auflagen wirksam seien.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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