Rodenkirchen Ach, die 90er. Baseline unter jedes Lied, bei der Party hängt die Hälfte cool am Rand, während der Rest die Tanzfläche unsicher macht. Wer dieses Gefühl – und unglaubliche neonfarbene Modeentgleisungen – vermisst hat, der war am Samstag in Rodenkirchen genau richtig. Mit Flugzeugen im Bauch gab es zu Hardcore Vibes und Disco Pogo das beste aus dem Ende des letzten Jahrtausends – und Mallorca-Mucke oben drauf. Quasi das Sahnehäubchen auf einem Jahrzehnt, von dem eigentlich alle froh waren, dass es vorbei war.

Spaß bei Seite: Die Premiere des ersten „Himmel und Hölle“-Tagesfestivals auf dem Marktplatz in Rodenkirchen war ein voller Erfolg. Rund 2000 Menschen feierten ausgelassen und vor allem friedlich vom frühen Nachmittag bis spät in die Nacht. „Wir haben uns ein Ziel gesetzt, das wir erreicht und sogar übertroffen haben“, freute sich Organisator Maik Böse gegenüber der NWZ. Vom Regen, aber auch von überbordender Hitze verschont, konnten die Gäste ausgelassen zu den Hits der 90er und des Ballermanns feiern – und oben drauf gab es noch drei ganz besondere Gäste.

Ingo ohne Flamingo

Ohne pinkes Federvieh, dafür mit Enten-Gummimaske auf dem Kopf: Der „Partykünstler“ brachte im vergangenen Jahr seine erste Single „Saufen – morgens, mittags, abends“ heraus und ging damit vor allem in Sozialen Netzwerken viral. Es folgte das Lied „Hartz 4 und der Tag gehört dir“ und beide Hits  durften natürlich auch in Rodenkirchen nicht fehlen. Das Publikum, welches altersmäßig stark durchmischt war, dankte es dem aus Berlin stammenden, flamingolosen Ingo und feierte und sprang ordentlich mit. Aber das war erst die erste Eskalationsstufe auf der „Himmel und Hölle“-Premiere.

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DJs halten bei Laune

Dass die Partymeute aber überhaupt Lust zum Feiern hatte, war der Verdienst von Moderator und Anheizer Klaas (Radio Energy Bremen) und den insgesamt vier DJs, die die 90er wieder zum Leben erweckten. DJ Maik (Beatpoint) machte den Anfang, gefolgt von seinen Kollegen Max von Deich, Paddy und Andy TL. Wer sich noch an die Zeit des Eurodance erinnert und ein paar sofortige Ohrwürmer haben möchte, bitteschön: „Eins, zwei, Polizei“, „Scatman (Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop)“ oder „(Hit Me) Baby One More Time“.

Damals bei Viva

Ein besonderes DJ-Set legte derweil ein „altbekanntes“ Gesicht hin: Mola Adebisi, der von 1993 bis 2004 beim TV-Musiksender Viva angestellt war. Mehr als 90 Minuten lang kramte der gebürtige Uelzener tief in der virtuellen Plattenkiste und animierte die Gäste zwischendurch auch kurzerhand zum „Macarena“ (der nächste Ohrwurm, bitteschön!). Etwas überrascht war „DJ Mola“, als er zum Ende Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ auflegte – und die Feiernden so richtig aufdrehten. „Hätte ich das gewusst, hätte ich noch mehr Rock mitgebracht!“, sprach er und warf noch Papa Roach hinterher. Eskalationsstufe Nummer Zwei war erreicht.

Isi macht Glück perfekt

Nach so viel 90ern war es dann am dritten „Live-Act“, die Stimmung wieder Richtung Ballermann zu drehen. Isabel Gülck, Miss Germany von 2012 und seit 2017 als „Isi Glück“ regelmäßig als Sängerin im Mega-Park Mallorca, brauchte nur ein paar Sekunden, um dem Publikum zur dritten Eskalationsstufe zu verhelfen und den Marktplatz so richtig zum Kochen zu bringen. Mit ihren Hits „Ich will zurück zu Dir (Hände hoch Malle)“ oder „Die Kinder von Malle“ lag sie auf einer Wellenlänge mit den Tanzenden. Nach knapp 30 Minuten war der Auftritt rum – aber eine vehement eingeforderte Zugabe war natürlich drin.


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Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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