Rodenkirchen Mit einem solchen Besucheransturm hatte der Bürgerverein Strohausen nicht gerechnet. Schnell waren alle 70 Plätze im Saal des Restaurants Friesenheim von einem erwartungsvollen Publikum belegt. Angekündigt war die Nordenhamer Gruppe Tidenton, die mit ihrem Programm „Seid lustig im Leben“ heitere und besinnliche Geschichten von Alma Rogge in Kombination von Liedern mit regionalem oder inhaltlichem Bezug zu Alma Rogges Texten einen vergnüglichen Abend gestalten wollte.

Stimmungsvolle Stunden

Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung durch Dr. Gabriele Wobbe-Sahm, 2. Vorsitzende des Bürgervereins und Organisatorin, begann das etwa zweistündige stimmungsvolle und erinnerungswürdige Programm mit einer musikalischen Liebeserklärung an die norddeutsche Heimat. Lothar Schlesies, Gitarrist und Sänger der vierköpfigen Gruppe, führte mit dem plattdeutschen Lied „Wo ik herkam“ von Helmut Debus nach dem bekanntesten Gedicht von Alma Rogge in das musikalische und inhaltliche Ambiente des Abends hinein.

Nicht nur Lothar Schlesies, sondern auch die drei Frauen von Tidenton übernahmen abwechselnd den solistischen Gesangspart, der mal auf Plattdeutsch, Englisch oder auf Hochdeutsch gesungenen Lieder.

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So gestaltete Anneliese Dauelsberg, Bassistin und Gitarristen der Gruppe, beispielsweise die auf der berühmten Melodie „Wien bleibt Wien“ gesungene und von Richard Germers umgetextete Reise nach Helgoland. Mit ihrer bänkelartigen, lebendigen Ausgestaltung der Leiden von Herrschaften bei dieser stürmischen Überfahrt nach Helgoland zog sie das Publikum schnell in ihren Bann.

Ideal an diese musikalische Überfahrt anschließend, las Margret Janssen, Bassistin, Flötistin und Sängerin des Ensembles, aus den selbst erlebten Geschichten der aus Brunswarden bei Rodenkirchen stammenden Dichterin Alma Rogge (1894 bis 1969) vor. Aus deren Buch „Seid lustig im Leben“ (1953) wählte Margret Janssen die Geschichte über Almas Fahrt nach Helgoland, die sie gemeinsam mit ihrer Freundin einst unternahm.

Bildreich, detailgetreu und humorvoll schilderte sie darin lustige Begebenheiten, die sie dort bei zunehmend geringer werdenden Budget und hohem Alkoholkonsum erlebten.

Eine weitere, eher zum Nachdenken anregende Geschichte, die Margret Janssen ausgewählt hatte, stammte aus den Erzählungen über das damalige Leben der hiesigen Schiffer und Sielwärter. Hierfür erhielt Alma Rogge 1936 den Literaturpreis der Stadt Hannover.

In allen Beiträgen stand die Marschlandschaft, das Leben der Menschen am Meer sowie das Meer selbst im Fokus.

Stilecht und unplugged

So auch im Lied „Das Meer“ von Rio Reiser, das von Gunda Voller, Akkordeonistin dieses Quartetts, präsentiert wurde. Mit ihrer intensiven, chansonartigen Darbietung verlieh sie diesem Lied einen ganz besonderen Charme.

Wie bei diesem Lied, begleiteten die vier Musiker von Tidenton alle Lieder an diesem Abend stilecht, unplugged und wohl abgestimmt, so dass immer wieder ein nicht nur inhaltlich spannendes, sondern auch ein musikalisch schönes Ergebnis zu hören war.

Nach zwei Zugaben bot Tidenton einen kleinen musikalischen Vorgeschmack auf den nächsten Auftritt beim Bürgerverein Strohausen – im nächsten Jahr mit dem Programm „Die Todesfahrt der ,Vegesack‘“.

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