BRAKE Der Personenstandrechtsreform sei Dank. Gerade, als das Archiv des Braker Standesamtes aus allen Nähten zu platzen droht, sorgt eine Gesetzesänderung für mehr Platz in den Aktenschränken. 416 großformatig gebundene Personenstandsbücher, getrennt nach Geburten, Eheschließungen und Todesfällen, und bis zum Jahr 1951 noch handschriftlich geführt, werden in Kürze ins Staatsarchiv nach Oldenburg ausgelagert

Papierloses Arbeiten

Seit dem 1. Januar müssen alle Geburten, Hochzeiten und Sterbefälle in elektronischer Form dokumentiert werden. „Ziel ist es, nach und nach papierlos zu arbeiten“, erklärt Standesbeamtin Angelika Schumacher. Nach altem Recht mussten sämtliche Personenstandsbücher, die seit 1876 in den Standesämtern angelegt wurden, aufbewahrt werden. Neuerdings verbleiben nur noch die Geburtenregister der vergangenen 110 Jahre, die Eheregister der letzten 80 und die Sterberegister der letzten 30 Jahre vor Ort. Alle älteren Dokumente sind künftig – das ist ebenfalls neu – im Staatsarchiv für jedermann einsehbar.

Einen großen Vorteil bringt die Reform vor allem für Heiratswillige: Um etwa ihre Geburtsurkunden zu bekommen, mussten die Partner bislang immer die Standesämter am Ereignisort kontaktieren. Dank der elektronischen Registerführung können die erforderlichen Daten künftig mit geringem Zeitaufwand von Amt zu Amt übermittelt werden. Bis spätestens 2013 solle in Brake die Umstellung auf die elektronische Datenverarbeitung abgeschlossen sein, kündigt Angelika Schumacher an. Dann sei für die Bürger jede Urkunde am eigenen Wohnort erhältlich – im DIN-A4-Format und mit Bundesadler im Hintergrund.

Keine Familienbücher mehr

Mit Einführung der Personenstandsrechtsreform abgeschafft wurden auch die Familienbücher, die ab 1958 für jede neu geschlossene Ehe angelegt und um Geburten und Todesfälle innerhalb der Familie ergänzt wurden. Sie wurden stets am jeweiligen Wohnort der Familie aufbewahrt, mussten also bei Umzügen stets von Standesamt zu Standesamt überstellt werden.

Eine Menge Arbeit liegt noch vor Angelika Schumacher und ihren Kollegen. Langfristig sollen auch die alten, noch im Standesamt archivierten Personendaten aus rund 250 alten Büchern in das EDV-Programm eingepflegt werden. Aber nicht nur wegen der anstehenden Arbeiten bedauert die Standesbeamtin das Ende der papiernen Personenstandsregister „Ich finde es einfach schade, dass es diese gebundenen Bücher nicht mehr geben wird“, so Angelika Schumacher etwas wehmütig.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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