Schwei Schräg vor dem Schweier Kirchturm, wo früher ein alter Grabkeller stand, erhebt sich jetzt eine neue Urnengrabstätte. 70 Urnen können unter der Grünfläche rund um die Grabstätte Platz finden. „Die Gräber sind pflegeleicht“, sagt Pfarrer Bernd Eichert.

Der Wechsel vom traditionellen Grabkeller zur Urnengrabstätte ist eine Folge des dramatischen Wandels der Begräbniskultur. Immer öfter kommt es vor, dass Menschen nicht mehr an dem Ort wohnen, an dem ihre Eltern das ganze Leben verbracht haben – mit der Folge, dass die Pflege der Gräber schwierig bis unmöglich wird.

Trend zu Alternativen

Auf dem Schweier Friedhof mit seinen insgesamt rund 980 Grabstellen zeichnen sich immer mehr grüne Flächen ab, weil sich immer weniger Schweier dort bestatten lassen. Denn der Trend zum alternativen Begräbnis im Friedwald oder auf See wächst. Das hat für die Kirchengemeinde Schwei erhebliche finanzielle Folgen: Sie kann die Kosten ihres Friedhofs nicht mehr decken.

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Dabei ist es erst rund 40 Jahre her, dass der alte Friedhof nicht mehr ausreichte und nebenan ein neuer angelegt werden musste, für den schon heute kein Bedarf mehr besteht.

Der Pfarrer hat Verständnis für diese Entwicklung: „Wer in München wohnt, kann sich eben nicht regelmäßig um das Grab seiner Eltern in Schwei kümmern.“ Die logische Folge wäre, den Friedhof eines Tages an die Gemeinde Stadland abzugeben, weil die Kirche das Defizit nicht mehr ausgleichen kann.

Damit es nicht so weit kommt, wirbt die Kirchengemeinde darum, dass wieder mehr Schweier auf dem Friedhof ihres Dorfes bestattet werden – auch wenn sie nicht kirchlich gebunden sind. Und weil es nicht bei frommen Wünschen bleiben soll, hält die Kirchengemeinde ein Angebot bereit, dass attraktiv sein könnte: ein pflegeleichtes Grab wie im Friedwald, aber eben in dem Dorf, in dem die Verstorbenen sich ihr Leben lang zu Hause gefühlt haben.

Nur einmal bezahlen

Pflegeleicht ist es, weil die Urnen unter einer nicht weiter gestalteten Grünfläche ruhen. Die Namenstafeln, die auf die hier bestatteten Bürger hinweisen, werden an dem Denkmal angebracht, das eine Hammelwarder Firma aus den Resten alter Grabmäler gefertigt hat. Es wird nur ein einmaliger Kostenbeitrag fällig, der aber etwas höher liegt als bei einem Reihengrab, sagt der Hans-Gerd Westerholt, der Vorsitzende des Schweier Kirchenrats: Das Grab kostet etwa 1100 Euro, dazu kommen 300 bis 400 Euro für die Namenstafel.

Hans-Gerd Westerholt ist dankbar, dass seine „Rentnerband“, die in Schwei schon einiges für die Verschönerung des Dorfes getan hat, auch diesmal ehrenamtlich bei den Pflasterarbeiten geholfen hat. Außer ihm selbst legten Klaus Blank, Ernst Scherweit und Dietrich Rüthemann Hand an. Die Maurerarbeiten erledigte Reinhard Netzlaff – ebenfalls ehrenamtlich.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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