Nordenham Nach der Absage des Tourismustages, der am Wochenende in Burhave stattfinden sollte, fällt nun eine weitere Veranstaltung in der nördlichen Wesermarsch aufgrund der Coronavirus-Epidemie aus. Die Goethe-Gesellschaft in Nordenham hat den für diesen Donnerstag geplanten Vortragsabend gestrichen. Die Referentin Angelika Ardelt aus Wiesbaden wollte über die Themen Medien und Kommunikation berichten. Daraus wird nichts, weil sie gar nicht erst nach Nordenham kommt. „Die Auswirkungen der Verbreitung des Coronavirus verhindern eine Anreise“, begründet Vorstandsmitglied Dr. Burkhard Leimbach die Entscheidung der Kulturvereinigung, den Termin kurzfristig abzusetzen. Wenn nichts dazwischen kommt, wird der Vortragsabend am 16. April nachgeholt. Wie gehen anderer Veranstalter mit der Corona-Angst um?

Desinfektionsmittel für die Hände sind zurzeit sehr begehrt. In der Wesermarsch-Klink kommt es gehäuft zu Diebstählen. BILD: Andreas Arnold

Diebe lassen in der Wesermarsch-Klinik Desinfektionsmittel mitgehen

Vermehrt Diebstähle von Schutzmaterialien sowie Händedesinfektionsmitteln und -spendern verzeichnet die Helios-Klinik Wesermarsch in Esenshamm. „Wir verurteilen dieses Verhalten auf das Schärfste, weil es Patienten und Mitarbeiter gefährdet“, betont Helios-Pressesprecherin Katharina Recht. Jeder Diebstahl werde konsequent zur Strafverfolgung gebracht

Um die Versorgung der Patienten und Mitarbeiter mit den notwendigen Materialien zu gewährleisten und Diebstähle zu verhindern, hat die Klinik ihre Sicherungsmaßnahmen erheblich intensiviert. „Wo notwendig, organisieren wir sowohl den Zugang als auch die Verteilung der Materialien in den Einrichtungen um“, sagt Katharina Recht. Das Personal werde zudem gebeten, nichts frei stehen zu lassen und aufmerksam zu sein.

Der Bestand an Mundschutzmaterial und Desinfektionsmitteln reicht nach Angaben der Pressesprecherin aus, um die Regelversorgung sicherzustellen. Die Versorgungslage sei aber durch das stark eingeschränkte Marktangebot „außergewöhnlich angespannt“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Empfehlung ausgesprochen, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern aufgrund der Infektionsgefahr vorsorglich abzusagen. Ereignisse dieser Größenordnung gibt es nur wenige in Nordenham. Bis zur Landpartie Garten & Ambiente (6./7. Juni), zum Fonsstock-Festival (12./13. Juni) und zum Stadtfest (13. bis 16. August) gehen ja noch einige Monate ins Land. Da heißt es Daumen drücken, dass sich die Corana-Krise bis dahin entspannt hat.

Thema bei NMT

Das sieht auch City-Managerin Ilona Tetzlaff so. Doch indirekt haben sie und ihr Team von Nordenham Marketing & Touristik (NMT) die Folgen der Epidemie bereits zu spüren bekommen. „Die große Touristikmesse ITB in Berlin ist ja abgesagt worden“, erzählt sie, „da wäre sonst natürlich auch von uns jemand hingefahren.“

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Die NMT–Geschäftsführerin will die Auswirkungen der Coronavirus-Problematik auf Veranstaltungen in Nordenham an diesem Mittwoch beim nächsten Händlerfrühstück zur Sprache bringen. Konkret geht es dabei um mögliche Auswirkungen auf den verkaufsoffenen Sonntag zum Autofrühling am 19. April.

„Ich selbst finde es ein bisschen befremdlich und ich halte viel auch für Panikmache,“, sagt Ilona Tetzlaff, „aber das ist ein Thema, mit dem wir uns in nächster Zeit beschäftigen müssen.“ Im Moment sieht sie keine Veranlassung, sich Sorgen um geplante Veranstaltungen zu machen. „Doch wir werden darüber sprechen, wie es die anderen sehen.“

Noch nicht spürbar

Der Saalmanager der Stadthalle Friedeburg, Helmut Dietrich, bleibt derweil gelassen. „Die Auswirkungen des Coronavirus machen sich hier noch nicht bemerkbar“, sagt er. Nach derzeitigem Stand finden in der Friedeburg alle Veranstaltungen wie geplant statt. „Ich habe auch von Seiten der Stadt Nordenham nichts Gegenteiliges gehört“, sagt Helmut Dietrich.

Der Leiter des Kulturzentrums Jahnhalle, Stefan Jaedtke, will ebenfalls alle Veranstaltungen wie geplant durchziehen. Die Absage von Konzerten oder Kabarettabenden wäre seiner Meinung nach „übertrieben“. Konsequenterweise müsste man dann ja alle Veranstaltungen streichen, findet er. Denn eine Ansteckung sei jederzeit und überall möglich – „auch im Supermarkt“.

Letztlich sollte jeder für sich selbst entscheiden, ob er eine Veranstaltung besuchen will oder lieber zu Hause bleibt. „Wir können den Laden jedenfalls nicht einfach dicht machen“, sagt der Jahnhallenchef.


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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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