Nordenham Viel Applaus erhielt Mittwochabend das neunköpfige Ensemble der Landesbühne Niedersachsen für seine Aufführung des Theaterstücks „Amadeus“. Einige der knapp 200 Zuschauer trampelten sogar mit den Füßen. „Wirklich gut gespielt“, „Ein toller Bühnenstoff“, „Beeindruckende Kostüme und ein ausdrucksstarkes Bühnenbild“, meinten viele Besucher der Stadthalle Friedeburg.

Aber es gab auch Stimmen, die sich kritisch äußerten: „Zu aufgesetzt“, „Man hätte den Stoff straffen können“ und „Zu nah am Film“.

Für alle spannend

Spannend war die fast schon kriminalistische Geschichte um die beiden Kontrahenten Wolfgang Amadeus Mozart und den Wiener Hofkompositeur Antonio Salieri definitiv für alle, die weder das Theaterstück von Peter Shaffer noch den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1984 kannten.

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Die Handlung ist schnell zusammengefasst: In seinem Lebensrückblick muss der Wiener Hofkomponist Antonio Salieri feststellen, dass seine musikalische Begabung im Vergleich zu dem naturgegebenen Talent Mozarts einfach mittelmäßig ist. Einerseits ist der katholische Italiener von dem außergewöhnlichen Können des Salzburgers – dessen makellosen Kompositionen, die keinerlei Korrekturen erfordern – fasziniert. Andererseits entwickelt er eine übermäßige Abneigung gegen dessen Virtuosität, exaltiertes Auftreten und infantile Art.

Der verbitterte Katholik beschließt daher, seinen Widersacher, dem Gott so viel Genialität hat zukommen lassen, gnadenlos zu vernichten. Mit allen Mitteln verhindert Salieri den gesellschaftlichen Ruhm, den Mozart mit seiner göttlichen Musik eigentlich verdient hätte. Er demütigt sein Gegenüber, heckt heimtückische Intrigen aus und entwickelt Mordfantasien. Am Ende behauptet er sogar, die profundeste Stimme der Welt auf eine Kinderstimme reduziert und Mozart selbst vergiftet zu haben.

Bis heute ist nicht geklärt, woran dieser letztendlich verstarb. War es die Syphilis, ein Nierenversagen, eine Hirnhautentzündung, das so genannte Frieselfieber oder vielleicht doch eine Quecksilbervergiftung? Man wird es wahrscheinlich nie hundertprozentig wissen. Umso spannender natürlich der fiktive Rückblick des verzweifelten Salieri, der in der filmnahen und rund zweieinhalbstündigen Inszenierung von Regisseur Markus Röhling von Simon Ahlborn überzeugend gespielt wird.

Detailgetreue Kostüme

Aber auch die anderen Schauspieler aus Wilhelmshaven, wie Ben Knop als Mozart und Johanna Kröner als Constanze bis hin zu Aida-Ira El-Eslambouly und Patrick Kramer als Venticelli beeindrucken. Bemerkenswert sind zudem die originalgetreuen und detailgetreuen Rokoko-Kostüme, die im Kontrast zu dem minimalistischen Bühnenbild mit dem Spinett und den verschiedenen Sitzgelegenheiten stehen.

Auch die Lichtinszenierung mit den unterschiedlichen Effekten und die exemplarischen Einspielungen von Mozarts Kompositionen sind sehr passend gewählt. Da ist es einmal mehr erstaunlich, dass nicht mehr Besucher den Weg in die Friedeburg gefunden haben.

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