Nordenham Eine Sonderausstellung mit Fotografien aus dem Nachlass des Lokaljournalisten Fritz Frerichs eröffnet das Museum Nordenham am Sonntag, 30. Juni. Bei der um 11 Uhr beginnenden Auftaktveranstaltung hält der Kulturwissenschaftler und Fotograf Teja Sauer einen einführenden Vortrag. Die Ausstellung träft den Titel „Humanistische Fotografie“.

Der Rüstringer Heimatbund hatte 2004 den aus unzähligen Schriftstücken und Fotos bestehenden Nachlass von Fritz Frerichs erhalten. Der Vereinsarchivar Heddo Peters nahm sich der Texte an, ordnete sie und stellte ein Findbuch zusammen. Um die Fotografien kümmerte sich Günter Spandick. Er digitalisierte sie auf 54 Compact-Discs, die insgesamt 15 305 Schwarz-Weiß-Aufnahmen enthalten.

Die Bilder sind überwiegend in der nördlichen Wesermarsch entstanden, die meisten in Nordenham und Butjadingen. Und sie sind für heimatkundlich Interessierte von großem Wert. Der Zeitstrahl der Fotodokumente reicht bis in das Jahr 1985, als Fritz Frerichs in den Ruhestand trat.

Fritz Frerichs wurde am 8. Juni 1921 in Waddens geboren. Nach der Volksschule absolvierte er von 1936 bis 1939 eine Verwaltungslehre bei der Gemeinde Butjadingen. Als Soldat gelang ihm 1945 in Österreich während eines Zugtransports nach Sibirien die Flucht aus russischer Kriegsgefangenschaft.

1948 wurde Fritz Frerichs Verwaltungsangestellter bei der Gemeinde Esenshamm, wo er es bis zum Vize-Gemeindedirektor brachte. Im selben Jahr begann er als freier Mitarbeiter seine journalistische Tätigkeit bei der Nordwest-Zeitung in Nordenham. Im Juli 1955 wurde er als Redakteur eingestellt. Besondere Anerkennung erfuhr die von ihm entwickelte Kolumne „Antjen Wiesnäs“. 1968 wechselte er zur Kreiszeitung Wesermarsch.

Fritz Frerichs war auch in der Kommunalpolitik aktiv: als Ratsherr und Kreistagsabgeordneter für die SPD. In der früheren Gemeinde Abbehausen übte er das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters aus. Zudem war er von 1976 bis 1981 und von 1986 bis 1990 stellvertretender Landrat.

Eine weitere Leidenschaft von Fritz Frerichs war der Sport. So stand er von 1968 bis 1988 als Vorsitzender an der Spitze des Butjadinger Turnerbundes. Anschließend war er Ehrenvorsitzender. Zum Ehrenmitglied ernannte ihn der Klootschießer-Kreisverband I.

Am 15. Oktober 1990 starb Fritz Frerichs nach langer schwerer Krankheit in seinem Haus in Ellwürden.

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