Nordenham Bei einem Integrationssprachtest würden vor allem Bayern und Schwaben Gefahr laufen, ausgewiesen zu werden, berichtete Osman Engin den rund 60 Gästen seiner Lesung „Alles getürkt“ in der Oberschule 1. Lebhaft und mit viel Humor schilderte er die Erlebnisse eines gebürtigen Türken in Deutschland. Osman Engin lebt seit 46 Jahren in Deutschland, wohnt derzeit in Bremen und befasst sich in seinen Büchern mit den vielen Absurditäten und skurrilen Situationen, die ein solches interkulturelles Zusammenleben zur Folge hat.

Sein aktuelles Programm enthält ältere Geschichten, aber auch neue, noch unveröffentlichte Erzählungen. So berichtete der Satiriker gleich zu Beginn über die Schwierigkeiten, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen und die regionale Willkür der sprachlichen Standards beim Integrationstest, mit der sich seine Geschichte „Ich bin Papst“ befasst.

Im Mittelpunkt steht die Begegnung eines Antragstellers mit der unsympathischen Amtsmitarbeiterin, Frau Kotzmeier-Göbelsberg, die die Sprachkenntnisse des Protagonisten beurteilen soll. Humorvoll schildert Osman Engin die Ignoranz der Amtsfrau, die weder die Entwicklung noch die Bemühung des Protagonisten zur Kenntnis nimmt. Doch bei allem Spaß, an der Geschichte, verdeutlichte der Autor dem Publikum auch, mit wie vielen Vorurteilen und Arroganz integrationswilligen Migranten häufig begegnet wird.

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Osman Engin hat auch Stücke für ein jüngeres Publikum im Programm. In seine Geschichte „Tag der Beschimpfung der deutschen Sprache“ hat er die scheinbar willkürliche Einteilung der Artikel der deutschen Nomen, die selbst die verschiedenen Dialekte nicht korrekt benutzten, verarbeitet.

Seine Geschichten zeichnen sich durch einen ausgeprägten Sinn für Humor, einen gekonnten Spannungsaufbau zur Pointe sowie das Spiel mit Vorurteilen und das oft bereits tief im Alltag verwurzelte rassistische Denken aus, das er in seinen Kurzgeschichten ad absurdum führt. „Wir haben eine der besten Demokratien der Welt, aber wir müssen auch etwas dafür tun“, machte Osman Engin deutlich.

Die Lesung fand als Teil der Aktionswoche gegen Rassismus des Bündnisses „Nordenham bleibt bunt“ statt, welches sich nach den Farbschmierereien an der Moschee in der Walther-Rathenau-Straße im vergangen Herbst gegründet hatte. Innerhalb der Aktionswoche sind noch verschiedene weitere Veranstaltungen geplant. „Hatespeech – Hass ist keine Meinung“ lautet der Titel einer Veranstaltung am 19. März um 19 Uhr in der Stadtbücherei. Das Konzert „Nordenham rockt bunt“, findet am 22. März in der Jahnhalle statt.

Einen besonderen Dank sprach Bayram Dogan, 2. Vorsitzender des Vereins Freundschaft und Solidarität, der die Gäste zu Beginn der Veranstaltung begrüßte, der Oberschule 1 für ihre große Unterstützung aus. Sie hatte nicht nur die Räume für die Lesung zur Verfügung gestellt, sondern auch die nötige Technik.

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