Nordenham Einstimmig ohne Diskussion hat die Jahreshauptversammlung des Rüstringer Heimatbundes jetzt den Beitrag um 25 Prozent erhöht – von 12 auf 15 Euro im Jahr. Der Verein hat knapp 1500 Mitglieder.

Für den Heimatbund würde es eine große Hilfe sein, das einzelne Vereinsmitglied aber nicht über Gebühr belasten, warb Kassenwart Andreas Schindler (Ruhwarden) in der Versammlung im Museum Nordenham für die Beitragserhöhung ab dem 1. Januar 2019. Die Einnahmen der vergangenen drei Jahre bewegten sich stabil zwischen 20 000 und 22 000 Euro, die Ausgaben hingegen unterlägen Schwankungen, verwies der Kassenführer auf größere Projekte wie die 125-Jahr-Feier im vergangenen Jahr und das Forschungsprojekt „Rüstringer Heimatbund und Nationalsozialismus“. Das hat 45 000 Euro gekostet und war damit das „größte Projekt in unserer Vereinsgeschichte“, teilte Vorsitzender Hans-Rudolf Mengers (Stollhamm) in seinem Jahresbericht mit. Sponsoren hätten allerdings zwei Drittel der Finanzierung geleistet, bedankte sich Mengers.

Die Ergebnisse der zweijährigen Forschungsarbeit des Oldenburger Historikers Dr. Joachim Tautz spielten auch eine Rolle in den Grußworten. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) bescheinigte schriftlich dem Rüstringer Heimatbund, „für ein aufgeklärtes und selbstkritisches Verhältnis von Heimat“ zu stehen. Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU) meinte, „Geschichte aufzuarbeiten ist aktive Brauchtumspflege“. Nordenhams stellvertretender Bürgermeister Ulf Riegel (SPD) erklärte, Joachim Tautz sei bei der Aufarbeitung der Geschichte des Heimatbundes „auf nicht gerade angenehme Dinge gestoßen“.

Ulf Riegel verwies auf den Antisemitismus verherrlichende Äußerungen von Personen wie Eduard Krüger (von 1961 bis 1966 Vorsitzender des Heimatbundes) und Erich Lampe, nach denen die Stadt Nordenham Straßen benannt hat. Der Stadtrat werde sich mit der Aufarbeitung beschäftigen müssen. Entstehende Kosten dürften jedenfalls kein Hinderungsgrund für eine Umbenennung sein. Und einfach ruhen lassen wolle man die Angelegenheit auch nicht.

Gespräche mit Ortsrat

Vorsitzender Hans-Rudolf Mengers teilte mit, dass er wegen des Erich-Lampe-Weges bereits Gespräche mit dem Abbehauser Ortsrat aufgenommen hat. Lampe habe nach dem Tautz-Bericht „plötzlich nicht in so gutem Licht“ dagestanden, weshalb der Rüstringer Heimatbund eine Spende über 20 000 Euro möglicherweise zurückgeben werde. Das Geld wurde mit der Auflage gestiftet, es für Bänke am Erich-Lampe-Weg zu verwenden.

Neben Astrid Grotelüschen und Ulf Riegel hatte Mengers als Ehrengäste auch die stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinden Butjadingen und Stadland, Martina Geberzahn und Horst Maurischat, den Vorsitzenden des Landesverbandes Oldenburg im Friesischen Klootschießerverband, Helmut Riesner, und den Kyffhäuser-Kreisvorsitzenden Joost Schmidt-Eylers begrüßt. Riesner warb dafür, die Sportarten Klootschießen, Boßeln und Schleuderball stärker zu fördern. „Wenn wir in die Schulen reinkämen, wäre viel gewonnen“, will Riesner neue Wege in der Nachwuchsförderung beschreiten.

In seinem Jahresbericht würdigte Hans-Rudolf Mengers die Arbeit der Arbeitsgruppen im Verein. Größter Brocken im Rüstringer Archiv und der Bibliothek sei die kurz vor dem Abschluss stehende Aufarbeitung des Materials der Altgemeinde Rodenkirchen. Allein drei der neun Mitarbeiter unter Archivleiter Heddo Peters seien damit beschäftigt.

Für das von Dr. Timothy Saunders geleitete Museum Nordenham kündigte Mengers eine Neuauflage „des tollen Musikfestivals“ des Lions-Damenclubs Wesermarsch Emy Rogge an. Der seit dem 1. Juni vergangenen Jahres neue Leiter des Museum Moorseer Mühle, Jan Christoph Greim, habe sich „mit großem Elan in die Arbeit gestürzt“, denn 2018 sei für die Mühle ein Jubiläumsjahr: 40 Jahre Mühlenmuseum, 20 Jahre unter der Regie des Rüstringer Heimatbundes und das 30. Mühlenfest.

7664 Zuhörer

Lobend erwähnt wurden der Schrieverkring für die Pflege der plattdeutschen Sprache, der im vergangenen Jahr bei 140 Lesungen 7664 Zuhörer hatte, die „Butjenter Spinndönz“ sowie die Theatergruppe „De Plattdüütschen“, die Arbeitsgemeinschaften Fahrten und Radfahren und die Arbeitsgemeinschaft Landesgeschichte. Die als „heimatkundlicher Klönabend“ bekannten Vortragsveranstaltungen besuchten im vergangenen Jahr an zwölf Abenden 900 Zuhörer.

Der Zweite Vorsitzende Alexander Schuhr (Nordenham) dankte dem Vorsitzenden dafür, den großen Rüstringer Heimatbund „nicht nur zu verwalten, sondern auch zu gestalten“.

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