Nordenham Dass Christen in Nordenham den Kreuzweg gehen, ist nicht neu. Aber nun haben erstmals alle vier christlichen Konfessionen in der Unterweserstadt gemeinsam zu einer solchen Veranstaltung aufgerufen. Unter dem Motto „Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz“ setzten die evangelisch-lutherische, die katholische, die neuapostolischen und die freikirchliche Gemeinde am Freitag ein Zeichen der Nächstenliebe. Eingeladen waren nicht nur Christen, sondern alle Nordenhamer.

Die Bedeutung

des Kreuzweges hat ihren Ursprung im Leidensweg Jesu Christi von seiner Verurteilung bis zu seinem Tod am Kreuz in Jerusalem.

Der mehr als zweistündige und etwa zweieinhalb Kilometer lange Gang wurde von zehn Helfern der Freiwilligen Feuerwehr begleitet und abgesichert. Er führte an acht Stationen vorbei – den so genannten Schmerz- und Hoffnungspunkten. „Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen. Es gibt hier so viele passende Orte“, sagte die evangelische Pastorin Heike Boelmann-Derra in ihrer Begrüßungsansprache in der Martin- Luther-Kirche.

Lieder gesungen

Von dort aus ging es zunächst zur Justizvollzugsanstalt hinter dem Amtsgericht. Zu den weiteren Zielen zählten die Nordenhamer Tafel mit dem Arbeitslosenzentrum, das Mehrgenerationenhaus, die Sozialstation, der Obdachlosen-Tagesaufenthalt und die vier Kirchen selber. Auch „Stolpersteine“, die an die Judenverfolgung erinnern, lagen an der Kreuzweg-Strecke. An den Stationen wurden passende Bibelstelle zitiert und gemeinsam Lieder gesungen.

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An einigen der Schmerz- und Hoffnungspunkte bekamen die Teilnehmer auch Informationen über die Aufgaben und Tätigkeiten der einzelnen Einrichtungen. In der Sozialstation an der Bahnhofstraße erfuhren sie zum Beispiel, dass es in der Altenpflege massive personelle Engpässe gibt.

Auch der Tagesaufenthalt für Obdachlose der Diakonie an der Friedrich-Ebert-Straße stellte seine Arbeit vor. Dort haben Nichtsesshafte die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Zudem können sie in der Einrichtung essen und duschen und ihre Wäsche waschen.

Die Idee, einen solchen Rundgang ins Leben zu rufen, kam bei den rund 30 Teilnehmern gut an. Aber was genau bewegte sie, den Kreuzweg mitzugehen? Die Gründe waren vielfältig.

„Ich nehme an der Veranstaltung teil, weil man sich immer wieder bewusst machen muss, dass es nicht allen so gut geht“, sagte Fred Memenga, Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche. „Es ist außergewöhnlich, dass gleich vier christliche Kirchengemeinden gemeinsam zu einer solchen Aktion aufrufen“, fand Michael Scherf, Gemeindemitglied in der neuapostolischen Kirche.

Ökumene stärken

Der Wunsch, die Ökumene voranzutreiben, und der Glaube an Jesus Christus waren die Motive für Cristina Behrens und Frank Busche von der freikirchlichen Gemeinde Nordenham. Für Alfons Kordecki, den früheren Pfarrer der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde in Einswarden, und Peter Spalenka war es schon immer eine Selbstverständlichkeit, sich an den Kreuzweg-Veranstaltungen zu beteiligen. Andere hoben hervor, dass der Kreuzweg zum Nachdenken anrege.

Im nächsten Jahr soll es eine Neuauflage geben. Denn Nächstenliebe und der Grundgedanke der Ökumene werden bei allen vier christlichen Kirchen in Nordenham großgeschrieben. Im November vergangenen Jahres war der erste ökumenische Friedensgottesdienst aller vier Christen-Konfessionen gefeiert worden. Der Kreuzgang am Freitag knüpfte an diese Gemeinschaftsaktion an.

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