Nordenham Sie hat über viele Jahrzehnte Nordenhamer Theatergeschichte geprägt. Im Alter von 86 Jahren ist jetzt Inge Debelts gestorben. Ihr Tod löst große Betroffenheit aus, vor allem bei den Theaterfreunden. Viele Jahre gehörte sie zu den Aktivposten bei der Niederdeutschen Bühne Nordenham, vor allem als Regisseurin.

Inge Debelts wurde 1932 in Stollhamm geboren. Schon in der Schule hat sie Theater gespielt. Und damals hat sie sich auch schon die ersten Geschichten ausgedacht. In den Fünfzigerjahren waren Inge Debelts und ihr Mann Bodo Mitglieder der Spielschar in Blexen, die ihre Auftritte in der Alten Eiche und in Wedels Hotel hatte. Später spielte Inge Debelts 17 Jahre am Stadttheater Bremerhaven. Als Mitglied der Niederdeutschen Bühne Waterkant stand sie viele Male im Kleinen Haus auf der Bühne und half zudem immer wieder im Großen Haus bei den Profis aus.

In Nordenham gehörte die zweifache Mutter zu den Mitbegründern der Niederdeutschen Bühne De Plattdüütschen, die 1983 gleich mit ihrem ersten Stück einen Riesenerfolg feierte. „Hochtied in de Pickbalge“ hieß es. Inge Debelts führte Regie und hatte es mit der geballten Nordenhamer Polit-Prominenz zu tun. Der damalige Bürgermeister Günter Ede und seine beiden Stellvertreter Egon Mehrings und Fritz Jacob spielten mit.

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Anschließend machte sich Inge Debelts als Regisseurin und Autorin weit über die Grenzen Nordenhams hinaus einen Namen. Zu ihren persönlichen Höhepunkten gehörten zwei historische Projekte. 1989 führte die Nordenhamerin Regie, als bei der 1200-Jahr-Feier in Blexen ein Stück über Bischof Willehad aufgeführt wurde. Zehn Jahre später inszenierte sie die Freilichtaufführung „Der Friesenhäuptling“. Für das Stück, das Hunderte Besucher am Weserstrand sahen, lieferte sie auch die Vorlage.

„Der Friesenhäuptling“ war zugleich die Initialzündung für die Gründung des Vereins Theater Fatale. Auch hier führte Inge Debelts gleich im ersten Stück Regie. Aufgeführt wurde die Science-Fiction-Komödie „Meuterei auf R.S. Eumel“ – geschrieben von Inge Debelts.

Nebenbei schrieb die Nordenhamerin plattdeutsche Gedichte und Kurzgeschichten. 1995 wurde sie mit dem Europäischen Kulturpreis für das Hörspiel „Vadder anropen“ ausgezeichnet. Im August 2003 bekam sie im Alter von 71 Jahren nach einem Fernstudium „Literarisches Schreiben“ bei der Cornelia Goethe Akademie in Frankfurt ein Schriftstellerdiplom verliehen. Sie verfasste Theaterstücke in platt- und in hochdeutsch, die in ganz Deutschland aufgeführt wurden.

Inge Debelts lag der Erhalt der plattdeutschen Sprache sehr am Herzen. In ihren Geschichten stellte die Nordenhamerin immer wieder ihre Kreativität und ihren Sinn für Humor unter Beweis. Als Regisseurin war sie eine geschätzte Instanz, eine Frau, die mit Kompetenz überzeugte und keine halben Sachen mochte.


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Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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