Nordenham Wenn die ARD voraussichtlich Ende dieses Jahres ein Dokudrama über den Schauspieler Hans Albers zeigt, dann werden auch der Nordenhamer Ingo Ehmann und sein Oldtimer darin zu sehen sein. Der 55-Jährige ist stolzer Besitzer eines Chevrolet Confederate, Baujahr 1932. Solche Autos sind rar gesät. Aber für die Produktion des Films „Der blonde Hans“ wurde ein solches Auto gesucht: ein amerikanisches Modell, Ende der 20er- oder Anfang der 30er-Jahre. Ingo Ehmann ließ sich nicht zweimal bitten, als er die Anfrage bekam. Und so ganz nebenbei bekam der 55-Jährige auch selbst eine Rolle in dem Film – wenn auch eine recht kleine.

Das Doku-Drama über Hans Albers wird zurzeit im Auftrag der ARD gedreht. In dem Film geht es um die zwiespältige Rolle des Schauspielers Hans Albers im Nationalsozialismus. Hans Albers wirkte einerseits in Propaganda-Filmen mit, hielt sich andererseits aber von den Nazis fern. Seine Partnerin Hansi Burg musste wegen ihrer jüdischen Herkunft 1939 aus Deutschland flüchten, sie kehrte nach Kriegsende 1946 zurück. Nach den Worten des Produzenten Michael Souvignier ist „Der blonde Hans“ ein Film über Haltung in schwierigen Zeiten. In den Hauptrollen sind Ken Duken als Hans Albers und Picco von Groote als Hansi Burg zu sehen.

Am vergangenen Samstag hatte Ingo Ehmann seinen Auftritt. Und zwar in Bremen. Gedreht wurde vor dem Haus des Reichs. In dem Gebäude aus den 1920er-Jahren war früher die Nordwolle-Hauptverwaltung untergebracht. Heute hat der Bremer Finanzsenator seinen Dienstsitz in dem prunkvollen Kontorhaus, das direkt an den Wallanlagen liegt. In dem Hans-Albers-Film stellt das Gebäude das Hotel Adlon in Berlin dar.

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Szene spielt 1927

Die Szene mit Ingo Ehmann und seinem Oldtimer spielt zu einem Zeitpunkt, als die Welt für Hans Albers und Hansi Burg noch in Ordnung ist. Es ist 1927. Ingo Ehmann spielt einen Gast, der mit seinen Chevrolet vor das Hotel fährt. Er steigt aus, drückt einem Portier den Autoschlüssel in die Hand. Zusammen mit seiner Freundin verlässt Hans Albers gerade das Hotel. Als er das Auto sieht, gerät er ins Schwärmen. Er stellt sich aufs Trittbrett, um das Auto zu begutachten. Sie setzt sich auf die Stoßstange. Schließlich tanzt das Paar vor dem Chevy von Ingo Ehmann.

Mindestens ein Dutzend Mal ist die Szene mit Ingo Ehmann gedreht worden, bis Regisseur Carsten Gutschmidt zufrieden war. Anschließend hat der Nordenhamer noch einen Plausch mit den beiden Hauptdarstellern gehalten. Es stellte sich heraus, dass Ken Duken selbst einen Oldtimer fährt. „Er hat mir auf dem Smartphone seinen Opel GT gezeigt.“

Der Drehtag fing für den Nordenhamer schon am frühen Morgen an. Ein Autotransporter holte den Chevrolet ab. Vorher musste Ingo Ehmann seinen Oldtimer aber noch ein bisschen zurückbauen. Unter anderem baute er die Blinker ab. Die gab’s 1927 nämlich noch nicht. Wenn Ingo Ehmann im Sommer mit seinem Oldtimer unterwegs ist, braucht er sie allerdings. Das schreibt der TÜV vor. Auch das Nummernschild mit „BRA“ am Anfang musste Ingo Ehmann natürlich abmontieren. Sein Auto bekam ein altes preußisches Autokennzeichen mit der Nummer IA-68337. Und Ingo Ehmann selbst bekam für seinen Auftritt einen grauen Anzug, eine Weste und eine Fliege verpasst.

Oldtimer-Tage

In Nordenham ist Ingo Ehmann vor allem deshalb bekannt, weil er in Zusammenarbeit mit Nordenham Marketing & Touristik die Oldtimer-Tage organisiert. Die finden auch in diesem Jahr wieder statt – und zwar am 16. und 17. Mai auf dem Marktplatz.

Die Leidenschaft für die Asphalt-Veteranen ist dem 55-Jährigen in die Wiege gelegt worden. Er ist auf dem Land aufgewachsen. Die älteren Brüder haben ständig an Autos herumgeschraubt. Sie sind alle Kfz–Mechaniker geworden. Ingo Ehmann schlug beruflich einen anderen Weg ein, aber die Liebe zu Autos, vor allem zu alten Autos, ist geblieben. Seinen ersten Oldtimer kaufte sich der Nordenhamer Ende der 80er-Jahre. Es handelte sich um einen Renault 201, Baujahr 1933. Den Chevy hatte Ingo Ehmann 1998 in einem Museum in Holland erworben. Er befindet sich nahezu im Originalzustand. Ingo Ehmann musste nur ein paar Kleinigkeiten nachrüsten, damit auch der TÜV grünes Licht gibt.

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Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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