Nordenham Die aufgelöste Rudolf-Matthis-Stiftung habe mit der Bewahrung des Werkes von Rudolf Matthis (1888-1976) „wertvolle Arbeit geleistet“, sagte der Vorsitzende des Rüstringer Heimatbundes, Hans-Rudolf Mengers, jetzt bei der Übertragung des Stiftungsnachlasses auf den Heimatbund.

Die Stiftung wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 aufgelöst. Der Nachlass des Landschaftsmalers und ehemaligen Kunsterziehers am Gymnasium Nordenham wird seit Jahren im Museum Nordenham verwahrt. Nun sind 335 Objekte auch offiziell im Besitz des Museumsbetreibers Rüstringer Heimatbund. Die Vorsitzende des Kunstvereins Nordenham, Jane Agena, äußerte sich bei der Übergabefeier im Museum Nordenham, die coronabedingt in einem kleinen Rahmen stattfand, „sehr froh, dass wir diese gute Lösung gefunden haben“.

Stiftung gegründet

Nach dem Tod von Rudolf Matthis gründete 1996 der als Testamentsvollstrecker eingesetzte Rechtspfleger am Amtsgericht Nordenham, Ernst Tannen, die Stiftung, die jetzt auch wieder von ihm aufgelöst wurde. Gemäß Stiftungssatzung ging der Nachlass auf den Rüstringer Heimatbund über. Den Stiftungsvorstand bildete von Amts wegen mit Ernst Tannen der jeweilige Vorsitzende des Kunstvereins Nordenham. Das war bei der Gründung Hinrich Bartels, bei der Auflösung Jane Agena.

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Jane Agena und Ernst Tannen begründeten die Stiftungsauflösung damit, dass der Stiftungszweck, nämlich „die überall in Deutschland verstreuten Kunstwerke zusammenzuführen, erfüllt ist“. Die Stiftung hatte den ungeordneten Bestand professionell durch die Kunsthistorikerin Margrit Röder katalogisieren lassen. Der Nachlass besteht aus 91 Aquarellen und 49 Bleistiftzeichnungen, 17 Gemälden sowie der Staffelei des Künstlers, seinem Schreibtisch und seinem Rauchertisch sowie Barvermögen im oberen vierstelligen Bereich.

Der gebürtige Berliner Matthis, der seine Ausbildung von 1907 bis 1911 an der Königlichen Kunstschule und Akademischen Hochschule für Künste bei Paul Ludwig Richters und Viktor Mohn genoss, wurde durch zahlreiche Ausstellungen unter anderen in Augsburg, Chemnitz, Darmstadt, Frankfurt, Karlsruhe, Köln und Leipzig bekannt.

„Ausdrucksmittel der Matthisschen Landschaften sind die Wasserfarben, deren Gleichberechtigung gegenüber den Ölfarben er in einer kleinen Schrift ‚Das Aquarell‘ nachwies. Den fast plastisch wirkenden, bis ins kleinste Detail liebevoll ausgearbeiteten Vordergrund erreicht er mit seiner Technik des trockenen und spitzen Pinsels, der hauchdünne Farbauftrag bei der Gestaltung des Himmels vermittelt die Leichtigkeit der Atmosphäre“, schrieb die NWZ anlässlich des 75. Geburtstages von Rudolf Matthis am 24. November 1963.

Zu dem Geburtstag hatte die Stadt Nordenham zu einer Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Dabei würdigte Bürgermeister Edwin Lielienthal Leben und Werk von Rudolf Matthis. Das Schülerorchester des Gymnasiums Nordenham unter der Leitung von Karl-Heinz Sobel umrahmte die Feierstunde.

Hans-Rudolf Mengers würdigte, dass „das Werk eines bekannten Nordenhamer Malers so umfangreich bewahrt wurde. Das haben wir so von keinem anderen Künstler“. Es wäre schön, wenn weitere Bilder und andere Objekte von Rudolf Matthis oder seinen Schülern dem Museum zur Verfügung gestellt würden, wies Museumsleiter Dr. Timothy Saunders darauf hin, dass man die Ausstellung um Werke von Zeitgenossen und seinen Schülern erweitern möchte.

Kunst aus der Region

Timothy Saunders beschreibt das Rudolf-Matthis-Zimmer im Museum als „ein Erinnerungszimmer mit Rudolf-Matthis-Archiv“. Man habe die Ausstellung mit den Jahren allerdings dahingehend erweitert, dass nicht mehr exklusiv und ständig Werke von Rudolf Matthis gezeigt werden, „sondern allgemein Kunst aus der Region mit historischer Perspektive“. So sind derzeit Landschaftsbilder der 1866 in Schweewarden geborenen und 1959 in Worpswede verstorbenen Malerin Emy Rogge zu sehen.

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