Nordenham Vielfältige Eindrücke – zart oder gewaltig, heiter oder düster, einnehmend oder abstoßend, angenehm oder bedrängend – gehören zu den Kennzeichen der expressiven Bilder von Ursula Peschke-Maßmann. Eine Auswahl unter dem Titel „Horizonte“ ist von Samstag, 15. September, bis Samstag, 3. November, beim Kunstverein Nordenham im Alten Rathaus zu sehen.

Ausgebildete Fotografin

Ursula Peschke-Maßmann (69) ist in Bruckmühl in Oberbayern geboren worden. Im oberbayerischen Rosenheim hat die Diplom-Heilpädagogin als selbstständige Kinder-Ergotherapeutin gemeinsam mit ihrem Mann eine Frühförderstelle für Kinder geleitet und dabei auch gestalterisch mit Kindern und bei Fortbildungsveranstaltungen mit Lehrern und Erziehern gearbeitet. In ihrer Freizeit hat die Mutter zweier erwachsener Töchter fotografiert und gemalt. Ihre Erfahrungen aus ihrer ersten Berufstätigkeit als ausgebildete Fotografin in Berlin hat sie dabei eingebracht.

Zur Malerei (Acryl) ist sie autodidaktisch gekommen. Einige Jahre hatte sie in Rosenheim ein „Werkraum“ genanntes offenes Atelier. Seit drei Jahren lebt sie mit ihrem Mann im 34 Einwohner zählenden und zu Nordenham gehörenden Dorf Volkers. „Hier inspirieren mich Ruhe, Wind, Weite und der Blick zum Nordseedeich.“

Im beruflichen Ruhestand in Volkers hat sie mehr Zeit für Fotografie und Acrylmalerei. In ihrem Deichatelier nutzt sie zudem bessere Möglichkeiten zum Experimentieren. So arbeitet sie auch mit Mischungen aus Schlick, Gras, Papier, alten Laken, Zement und Acrylfarben auf Holz, um Strukturen und räumliche Tiefen zu gewinnen. Alle ihre Werke bleiben abstrakt. Zur Ausstellung im Alten Rathaus gehören neben Acrylmalerei einige Materialbilder sowie vier Portraits.

Ihre ausdrucksstarke Malerei lässt sich laut Kunstverein-Einladung auch so beschreiben: Strukturen bilden sich, lösen sich wieder auf und fließen ineinander. Chaos-Fläche wird Raum. Klarheit und Verschwommenheit werden ein Paar. Ursula Peschke-Maßmann: „Mein ganzes Leben bin ich auf der Suche nach Licht, Farbe, Transparenz, Struktur, Form. Wie kann ich etwas erfassen, durchdringen und/oder verändern?“

In all ihren Werken geht es der Künstlerin somit um Veränderung und Gestaltung. Ursula Peschke-Maßmann kommt es darauf an, „eine Form herauszuarbeiten, einen Effekt zu erzielen, Tiefen zu gestalten – und dabei etwas zu treffen, was andere Menschen sonst nicht wahrnehmen“.

Dr. Peter Klan, Kurator des Kunstvereins Nordenham, sagt: „Alle Kunst ist intuitiv und explosiv. Jede Kunst ist Selbstbefriedigung, die Künstlerin oder der Künstler kann nicht anders, sondern muss agieren und weiß gar nicht, in welche Richtung es geht.“ Ursula Peschke-Maßmann sieht das auch so: „Manche Bilder übermale ich daher sogar dreimal.“

Keine Botschaft

Eine Botschaft möchte die Künstlerin nicht vermitteln. „Jeder kann sich bei der Betrachtung denken, was er möchte. Die Menschen sollen in den Bildern spazieren gehen können.“

 Die Ausstellung im Alten Rathaus (Poststraße 4) wird am Samstag, 15. September, um 17 Uhr eröffnet. Die Begrüßungsworte spricht Marlene Gerdes. Sie hat die Ausstellung organisiert. Peter Klan gibt eine Einführung.

 Die Ausstellung ist geöffnet: montags bis freitags 9 bis 12 Uhr, dienstags zusätzlich 14 bis 16 Uhr und donnerstags zusätzlich 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.


     www.kunstverein-nordenham.de 
     www.u-pm.de 
Horst Lohe
Nordenham
Redaktion Nordenham

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