Nordenham Einen gelungenen Konzertabend bot das Trio Parnassus rund 120 Gästen in der Aula des Gymnasiums. Das renommierte Trio war auf Einladung der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft zu Gast.

Im Gepäck hatte das Trio, zu dem Julia Galic (Geige), Michael Groß (Violoncello) und Johann Blanchard (Klavier) gehören, ein anspruchsvolles Programm mit vorwiegend weniger bekannten Werken: Clara Schumanns Klaviertrio g-Moll op. 17, Cécile Chaminades Klaviertrio Nr. 2 a-Moll op. 34 und Bernhard Moliques Klaviertrio Nr. 1 B – Dur op. 27. Das Trio Parnassus hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese eher unbekannten Werke wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Michael Groß ist seit 1979 Solocellist der Stuttgarter Staatsoper. Der Musiker gehörte 1983 zu den Gründungsmitgliedern des Trios und gastierte schon so häufig in verschiedenen Konstellationen in Nordenham, dass Stefan Tönjes, 2. Vorsitzender der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft, die Unterweserstadt scherzhaft als „sein Wohnzimmer“ bezeichnete.

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Julia Galíc sammelte weltweit Erfahrung im Orchester und Kammerspiel. Seit 2011 lehrt sie an der Hochschule für Musik und Theater in München im Fach Geige.

Pianist Johann Blanchard studierte unter anderem in Rostock und Wien. Konzerte führten ihn durch ganz Europa. Als Solist trat er unter anderem bei der Norddeutschen Philharmonie auf. Er übernahm auch die Moderation des Abends und führte mit kleinen Anekdoten zu den Komponistinnen und Komponisten in deren Werke ein.

Die Komposition Clara Schumanns entstand in einer Zeit großer Belastung und emotionaler Umbrüche. Ihr Klaviertrio habe die Komponistin selbst als „weibisch sentimental und stellenweise einfallslos mit einigen hübschen Stellen“ bezeichnet. Die eigene Reduzierung ihres Werks auf vermeintlich weibliche Emotionen verdeutlicht, dass es Komponistinnen zur Zeit Clara Schumanns schwer hatten, sich in der von Männern dominierten Musikwelt zu behaupten.

Selbst Clara Schumann hat einige ihrer Werke unter dem Namen ihres berühmten Mannes Robert Schumann veröffentlicht, um den Vorurteilen gegenüber Komponistinnen zu entgehen.

Das Klaviertrio von Cécile Chaminade steht ganz in der Tradition der französischen Romantik und war damit eigentlich schon zur Zeit seiner Entstehung veraltet. Dennoch zeigte das Trio Parnassus mit seiner Interpretation, dass eine Beschäftigung mit der Musik der einst meist verlegten Musikerin Europas lohnt. Überzeugend war besonders der zweite langsame Satz (lento). Mysteriöse Klänge und große Spannungsbögen zeichnen diesen Satz aus, den das Trio Parnassus mit seiner hervorragenden klanglichen Einheit zu einem besonderen Musikerlebnis machte.

Auch die Musik Bernhard Moliques lässt sich in die Gruppe der französischen Romantik einordnen. Hier zeigte das Trio Parnassus seine größte musikalische Vielfalt. Das Klaviertrio Moliques besitzt keine Satzstruktur im herkömmlichen Sinne. Die vorwiegend unüblichen Modulationen, das bewusste Spiel mit der Form und die fast geräuschhaften Anteile in der Spieltechnik verliehen dem Stück einen frechen und spritzigen Charakter.

Das Trio überzeugte mit klanglicher Einheit, hervorragendem Zusammenspiel und gekonnter Artikulation. Erwähnenswert ist auch das Vibrato von Julia Gálic und Michael Groß, das absolut synchron war.

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