Nordenham Geschichtsunterricht der speziellen Art stand am Freitagabend für die rund 90 Besucher der Jahnhalle auf dem Programm. Die Brüder Peter und Willi Podewitz aus Bremerhaven präsentierten anderthalb Stunden lang die letzte Aufführung ihres Jahresrückblicks 2019.

Die Bühnenshow mit viel Witz, allerhand Wortspielen und hoher Pointendichte sorgte von Anfang an für Gelächter im Publikum. Mal wurden Ereignisse aus der großen Politik, mal aus der Kulturszene und oder aus dem Sport aufs Korn genommen. Dann waren es aktuelle gesellschaftliche Trends oder Jubiläen in den vergangenen zwölf Monaten.

Greta und Ikea

2019 ist natürlich in erster Linie das Greta-Thunberg-Jahr gewesen. Die junge Klimaaktivistin aus Schwedin mit den Pippi-Langstrumpf-Zöpfen ist innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich und schnell gewesen: „Vor einem Jahr war sie noch 16. Jetzt ist sie schon 17“, ließen die beiden Komiker ihre Zuschauer wissen. Und dass in 2018 Greta viele wahrscheinlich noch für ein Beistelltischchen von Ikea gehalten hätten.

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Im Frühjahr dann der erste Schock für die Musikszene. Nach ihrem Gastauftritt beim Eurovision Song Contest hagelte es Gerüchte um die Pop-Queen Madonna. Hatte sie es mit ihrem Diätenwahn übertrieben, weil sogar ihre Stimme schon ganz dünn geworden war? Grund genug für die beiden ungleichen Podewitz-Brüder, als Ermittler diesem musikalischen Selbstmord auf die Spur zu gehen.

Madonnas Absturz in den Charts erinnerte das Duo irgendwie an einen alten Fall und damit an den Tag, als Conny Kramer starb. Verdächtig: zwei kleine Italiener. Einer der Ermittler wollte auch Dave Dudley hören, der längst in einem Taxi nach Paris saß. An dieser und vielen ähnlichen komischen Szenen hatten die Zuschauer großen Spaß, ebenso an den so genannten Strafgedichten von Peter Podewitz in weißer Toga und mit Lyra in der Hand.

Die beiden Kabarettisten hatten auch ihren Spaß und zeigten sich mit dem Nordenhamer Publikum zufrieden. Zu ihrer Freude waren nicht nur „Grauköpfe“ – Fifty Shades of Grey – gekommen, sondern sogar Männer, die nicht allein dann Emotionen entwickeln, wenn es um Essen, Trinken und Abseits geht.

Am Ende erklatschten sich die Besucher des Kulturhauses eine Zugabe, bevor es schließlich im Duett gesungen hieß: „Ihr könnt nach Hause gehen.“

Mit im Publikum saß übrigens die Mutter von Peter und Willi Podewitz. Sie besucht gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Uwe Gerstung die Vorstellungen ihrer Söhne immer wieder gerne. Und ausgerechnet ihr Handy klingelte zu Beginn der Veranstaltung, was Willi Podewitz spontan in seine Wortbeiträge aufnahm. Auf viele mag dies wie eine gefakte Situation gewirkt haben. Aber in der Pause versicherte Christa Podewitz: „Ich war wirklich entrüstet, als das Handy losging.“

Neues Programm

Wer die mehrfach mit Kleinkunstpreisen ausgezeichneten Podewitz-Brüder, die auch als Radio-Comedians unterwegs sind, am Freitag verpasst hat, sollte sich den 23. oder 24. April vormerken. An diesen beiden Abenden werden die beiden ihr neues Programm „Macht schön!“ im Bremerhavener Theater im Fischereihafen aufführen. Der nächste Spagat zwischen frecher Comedy und politisch unkorrektem Kabarett ist garantiert.

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