Nordenham Nach 26 Jahren und einem Tag im Amt erklärt Dr. Burkhard Leimbach an diesem Sonntag in der Jahreshauptversammlung der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft seinen Rücktritt als Vorsitzender. Der Abbehauser, der 17 Jahre lang am Nordenhamer Gymnasium unterrichtete und zum Studiendirektor befördert wurde, später eine Direktorenstelle am Gymnasium an der Willmsstraße in Delmenhorst antrat und schließlich dreieinhalb Jahre lang als Lehrbeauftragter an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg lehrte, möchte mit seiner Entscheidung den Generationswechsel im Vorstand der Kulturvereinigung einleiten. Er tut dies aus Verbundenheit und Verantwortung, denn der Erfolg der Goethe-Gesellschaft war für ihn immer schon Aufgabe wie Herzensangelegenheit zugleich.

Etwas zurückgeben

„Man muss auch etwas zurückgeben, wenn die Gesellschaft es gut gemeint hat“, hatte Burkhard Leimbach einst im Mai 2004 gesagt, als Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff ihn am Tag der Ehrenamtlichen für sein Engagement auszeichnete. Heute denkt Burkhard Leimbach nicht anders. Wenn man gesund, nicht durch außergewöhnliche Probleme belastet und beruflich zufrieden ist, betont er, sollte man einbringen, was man an Energien übrig hat.

„Wir leben in einer Kleinstadt am Rande Deutschlands. Da kommen die großen Kulturschaffenden nicht einfach mal vorbei. Die muss man herholen“, weiß Burkhard Leimbach. Da war die Goethe-Gesellschaft, die sowohl regional als auch überregional und international bestens aufgestellt ist, genau das Richtige. Und der Namenspatron ohnehin: „Denn wir sehen ihn nicht als Säulenheiligen, sondern wir schätzen seine Neugier auf die Welt und seine umfassende Öffnung für Veränderungen.“ Diese Aufgeschlossenheit fürs Neue sei der Schlüssel, um „die Komplexität der Welt besser verstehen zu können“.

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Bei der Goethe-Gesellschaft in Nordenham war Leimbach natürlich am richtigen Fleck. Im Kreise der 57 Ortsvereinigungen der Weimarer Muttergesellschaft verstanden sich die Nordenhamer immer schon ein wenig als „Enfant terrible“. Während die anderen sich überwiegend nur den Goethe-Themen widmen, ist die hiesige Kulturvereinigung thematisch ganz breit aufgestellt und ist als Einzige unter ihnen auch in klassischer Musik unterwegs. Ein Alleinstellungsmerkmal, dem der Verein seit seiner Gründung im Jahr 1946 stets treu geblieben ist.

Diese Kontinuität spiegelt sich auch wider in der Tatsache, dass die aus einem „literarischen Damenkreis“ entstandene Goethe-Gesellschaft Nordenham in dem dreiviertel Jahrhundert ihres Bestehens bislang nur vier Vorsitzende hatte: Peter Kloss, Rudolf Matthis, Rudolf Spohr und Burkhard Leimbach. Jeder von ihnen steckte die Themenfelder weiter, eröffnete eine noch komplexere Sicht auf die Probleme der Zeit und prägte so auf seine Weise die Identität der Ortsvereinigung.

Vorträge und Konzerte

Aus der „Ära Leimbach“ beispielsweise sind allen Besuchern noch die bemerkenswerten Vorträge über den Islam oder die Digitalisierung, über Darwin und die Evolution, Vergessen und Erinnern im Google-Zeitalter, Denglisch und Deutsch oder Ethik in der Wirtschaft in bester Erinnerung. Ebenso den Klassikliebhabern das Konzert in der Airbus-Halle, die Abende mit dem Trio Parnassus oder mit Alexander Krichel, das große Dvorák-Konzert oder die Aufführungen vieler bedeutender Sinfonie-Orchester.

Im Jahr 2003 hatte die Goethe-Gesellschaft Nordenham zudem alle Ortsvereinigungen zu einer mehrtägigen Arbeitstagung an die Unterweser eingeladen.

Überdies organisierte sie Theaterfahrten – etwa nach Hamburg oder Düsseldorf – und Kurzreisen, die unter anderem nach Weimar, Prag und Budapest führten. Nach Budapest flog die Goethe-Reisegesellschaft 2004 übrigens mit einem eigens gecharterten Jet. Es war überhaupt der erste Auslandsflug der OLT vom Flughafen Bremerhaven-Luneort aus.

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