Nordenham Ein mobiler Escape-Room besonderer Art macht Station in Nordenham und bietet bis zu 960 Teilnehmern in 118 Gruppen – verteilt auf zehn Tage – die Möglichkeit, Geschichte zu erleben und dabei eine Mission zu erfüllen. Noch sind weitere Anmeldungen möglich. Das Angebot ist völlig kostenlos.

Darauf haben am Donnerstag die Initiatorin Marion Richter (sie arbeitet als Rechnungsführerin für die katholische Kirchengemeinde) und Pfarrer Karl Jasbinschek hingewiesen.

Bürgerstiftung hilft

Mit finanzieller Unterstützung der Bürgerstiftung Wesermarsch, des Präventionsrates der Stadt Nordenham und des Bischöflich Münsterschen Offizialates in Vechta (katholische Kirchenverwaltung) holt die katholische Kirchengemeinde St. Willehad Nordenham den mobilen Escape-Room „Der Löwe von Münster“ für den Zeitraum vom 19. bis 28. November in das Nordenhamer Pfarrheim (Sankt Willehadstraße 37).

Mit „Der Löwe von Münster“ ist Clemens August Graf von Galen gemeint, der von 1933 bis 1946 Bischof von Münster war. Bekannt geworden ist er auch wegen seiner mutigen Predigten gegen die menschenverachtenden Gräueltaten der Nationalsozialisten, besonders auch gegen die systematische Tötung behinderter Menschen.

Beim Escape-Room-Projekt reist jeweils eine Gruppe von bis zu acht Personen gemeinsam für eine Stunde zurück in das Jahr 1941. In ihrer Gruppenrolle spürt sie verbotene Kopien der Predigten des Bischofs auf. Ihr Gruppenleiter wurde dafür – so das Szenario des Spiels – erst am Morgen von der Gestapo verhaftet. Jetzt kommt es darauf an, die Predigten schnell aus der Wohnung verschwinden lassen.

Das Finden und Kombinieren versteckter Hinweise und Gegenstände sowie gutes Teamwork bringt die Gruppe ans Ziel.

Es geht bei diesem 60-minütigen Spiel aber noch um mehr. Die Gruppenteilnehmer sollen erfahren, ob sie während der Herrschaft der Nationalsozialisten damals den Mut gehabt hätten, die gefundenen Flugblätter zu verteilen. Diese Gewissensentscheidung jedes Einzelnen bleibt aber anonym.

Das Konzept von „Der Löwe von Münster“ schafft laut Marion Richter und Pfarrer Karl Jasbinschek den Spagat zwischen Spiel- und Bewusstseinsschärfung zu den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte.

Das Konzept ermögliche, Geschichte erfahrbar zu machen und könne den schulischen Religions- oder Geschichtsunterricht sowie die allgemeine Demokratiebildung unterstützen.

Im Verlauf des Spielgeschehens und mit fortschreitendem Rätselerfolg erfahren die Spielteilnehmer immer mehr über die Predigt des Bischofs und deren historische Umstände.

Während des gesamten Spielverlaufs unterstützt die Spielleitung außerhalb des Raumes den Spielfluss. Der Escape-Room wird im Pfarrheim an der Willehadstraße in Nordenham untergebracht.

Auch private Gruppen

Das Spielkonzept eignet sich für Jugendgruppen ab 14 Jahren, für Erwachsenen-Gruppen und für Schulklassen der Sekundarstufen I und II. Die katholische Willehad-Gemeinde Nordenham hat alle weiterführenden Schulen im Landkreis Wesermarsch angeschrieben und informiert. Darüber hinaus können aber auch private Gruppen oder auch Vereine das Angebot kostenlos nutzen.

 Weitere Anmeldungen sind möglich unter willehad.loewevonmuenster.de oder bei Marion Richter unter Telefon   04731/3907383 (montags bis freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr).


     www.loewevonmuenster.de 
Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.