Nordenham Sie verdiente ihren eigenen Lebensunterhalt und behauptete sich in einer Männerwelt: Emy Rogge (1866 bis 1959) war ihrer Zeit voraus. Das Leben und Wirken der Schweewarder Künstlerin auch über die Stadtgrenzen Nordenhams bekannt zu machen, will der Arbeitskreis Frauenort Emy Rogge erreichen.

Einen ersten Schritt hatte der Arbeitskreis, zu dem auch Ilona Tetzlaff, Geschäftsführerin von Nordenham Marketing & Touristik gehört, schon erreicht, indem sich die Stadt Nordenham seit vergangenem Herbst Frauenort nennen darf. Nun gilt es, diese Auszeichnung mit Leben zu füllen. Ideen gibt es genug. Am 4. Juli soll die Auszeichnung mit einem Festakt, zu dem die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Carola Reimann, kommen wird, begangen werden.

Im Museum Nordenham soll eine Sonderausstellung mit Werken der Künstlerin gezeigt werden, die das Museum als Leihgabe erhalten hat. Darunter auch das Bild „Der Kaufmann von Gisze“, das im Original von dem Maler Hans Holbein dem Jüngeren stammt, und das Emy Rogge in ihrer Zeit als Kopistin am Berliner Kaiser-Friedrich-Museum erstellte. Emy Rogges Großneffe, Wolfgang Sarodnick, stellt das Bild für die Ausstellung zur Verfügung.

Er sei eine große Hilfe bei der Zusammenstellung der Informationen gewesen, freut sich Ilona Tetzlaff, da er Anekdoten aus dem Leben der Künstlerin erzählen konnte, unter anderem von Familienbesuchen in Worpswede, wo Emy Rogge einen Teil ihres Lebens verbrachte.

Darüber hinaus soll im Museum eine Gedenktafel über die Künstlerin informieren. Außerdem werden entsprechende Handzettel gedruckt. Die Spende in Höhe von 1000 Euro, die Harri Kühn von der Kulturstiftung Nordenham am Montag überreichte, fließt in die Finanzierung . Ilona Tetzlaff nahm den symbolischen Scheck stellvertretend für den Arbeitskreis und den Verein Nordenham Marketing & Touristik, der die Bewerbung als Frauenort eingereicht hatte, entgegen.

Die Idee, sich als Frauenort zu bewerben, stammte von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nordenham, Karin Windheim-Czichon. Der Frauenort Emy Rogge, der 41. in Niedersachsen, ist in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Wesermarsch, Ulla Bernhold, dem Rüstringer Heimatbund, dem Kunstverein Nordenham und dem Lions-Club Emy Rogge entstanden. Mit der Auszeichnung, die vom Landesfrauenrat Niedersachsen vergeben wird, sollen ein Beitrag zum Kulturtourismus geleistet und die Verdienste von historischen Frauenpersönlichkeiten gewürdigt werden.

Emy Rogge hatte stets ihr Ziel verfolgt, Künstlerin zu werden, obwohl es ihr als Frau nicht erlaubt war, eine staatliche Malschule zu besuchen. Diese waren den Männern vorbehalten. Emy Rogge ließ sich davon nicht abhalten und schloss sich den sogenannten Malweibern an, zu denen auch Paula Modersohn-Becker gehörte. Emy Rogge war nie verheiratet, für eine Frau im 19. Jahrhundert äußerst ungewöhnlich.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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