Nordenham Über zwei Geschenke freut sich der Vorstand des Kunstvereins Nordenham. Die Schmuckkünstlerin Gertrud Menzel schenkte dem Verein eine Silberkette. Sie sei der Dank dafür, dass der Verein eine umfangreiche Schmuckausstellung der Künstlerin gezeigt hatte, berichtet Vorstandsmitglied Dr. Peter Klan. In der Ausstellung hatte der Kunstverein die Schmuckarbeiten von Gertrud Menzel gemeinsam mit Bildern von Margarete Lemke gezeigt. Insgesamt 55 Arbeiten der heute 92-Jährigen aus fast 50 Jahren – von 1967 bis 2016 – waren zu sehen.

Mehrfach preisgekrönt

Die mehrfach preisgekrönte Schmuckdesignerin wurde 1926 in Schweewarden geboren. Heute lebt die Künstlerin in Burhave. In Hamburg studierte Gertrud Menzel von 1965 bis 1970 an der Hochschule für bildende Künste im Fachbereich Metall. Einer ihrer Lehrer sei Professor Wolfgang Tümpel gewesen, ein ehemaliger Bauhaus-Designer und Goldschmied, berichtet Peter Klan. Aus dieser bauhausgeprägten Schulung sowie aus Anregungen durch die Kunstrichtung der „Minimalisten“ und der Kunstgruppe „Zero“ seien die ersten Schmuckstücke entstanden, berichtet Peter Klan. Die Künstlerin habe in ihren Arbeiten eine ganz eigene und zunehmend minimalistische Formensprache entwickelt, sagt er. Diese sei schon frühzeitig auch durch ihr Interesse an Quadraten in der Geometrie und Stereometrie geprägt worden.

Neben konventionellen Arbeiten „zum Geldverdienen“, wie die Künstlerin selbst sagt, seien fein geschmiedete Miniskulpturen, meist aus 925er Silber, in Kombination mit Acrylfarben entstanden, berichtet Peter Klan. Die Werke der Künstlerin wurden in vielen Ausstellungen gezeigt. Von 1969 bis 2017 waren ihre Kreationen beispielsweise bei der Jahresmesse im Hamburgischen Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Von 2001 bis 2015 stellte sie Stücke im Leipziger Grassi-Museum aus.

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Die Kette, die der Kunstverein nun erhalten hat, entstand 2003. Sie besteht aus 13 quadratischen, räumlich erhabenen und hohlen Silbergliedern, die mit je zwei rot acryl-lackierten, schmalen Silberstreifen voneinander getrennt sind, berichtet Peter Klan. Gertrud Menzel arbeitet auch mit der künstlerischen Buchbinderin Birgit Drücker zusammen, so dass die Künstlerin die Kette in einer fein handgearbeiteten Schachtel an den Kunstverein überreichte, schwärmt Peter Klan.

Objekt von Borchers

Auch aus der Ausstellung mit Werken des Künstlers Hermann Borchers hat der Kunstverein ein Geschenk erhalten. Die Familie Borchers hat dem Kunstverein ein interferenzkinetisches Objekt überlassen. Die Lichtinstallation besteht aus sich bewegenden Segmenten und sei etwa Anfang der 1970er Jahre entstanden, berichtet Peter Klan. „Hermann Borchers war als Künstler einzigartig in der Wesermarsch“, freut sich das Vorstandsmitglied. Es sei ein tolles Geschenk, dass auch in Museen nur selten zu finden sei, ist Peter Klan überzeugt.

Hermann Borchers wurde 1929 in Tossens geboren. Über viele Jahrzehnte war er als Grund- und Realschullehrer in Nordenham tätig. In seinen künstlerischen Werken experimentierte er gerne mit philosophischen und künstlerischen Elementen. Sein Werk reicht von malerischen Arbeiten bis hin zu Skulpturen. Von der Naturdarstellung kam er zur Interferenzkinetik und -grafik mit Lichtobjekten.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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