Nordenham /Butjadingen /Stadland Alles was folgte, wenn Caspar, Melchior und Balthasar an der Haustür klingelten, gehorchte einem alten Ritual. Ihr Sternträger fragte: „Habt ihr den Stern gesehen? Gott will zu den Menschen gehen.“ Und die drei Könige erzählten: „Wir ziehen von Haus zu Haus und rufen seine Botschaft aus… Alle sollen leben können… Drum helft mit, fangt an zu teilen!“

Und dann baten sie um eine Spende für alle Kinder in Not, überall auf der Welt. In diesem Jahr standen dabei die Kinder im Libanon im Mittelpunkt. Doch obwohl das Ritual festgeschrieben ist, obwohl die Szene sich also von Haus zu Haus wiederholte und obwohl viele der Sternsinger-Kinder auch schon im letzten, vorletzten und manche auch schon im vorvorletzten Jahr mitmachten, waren sie quirlig mit viel Spaß und eifrig dabei.

Neun Gruppen mit insgesamt 39 Kindern hatten sich diesmal auf den Weg gemacht. Die Älteste war 14 Jahre alt, der Jüngste 7. Sie kamen aus Nordenham, Burhave, Rodenkirchen – ebenso aus Seefeld, Schwei, Kleinensiel oder Kötermoor. Und niemand schaute, ob sie katholisch, evangelisch oder getauft sind.

Dass sie alle bei der alljährlichen Sternsingeraktion begeistert mit anpackten, hat sicherlich damit zu tun, dass die Idee, anderen Kindern helfen zu wollen und zu können, ihre Herzen ansprach. Sicherlich aber auch damit, dass sie, wo immer sie anklopften, auch auf nette Menschen trafen, sie stets willkommen waren und auch Süßigkeiten geschenkt bekamen. Denn besucht wurden nur Haushalte, die sich zuvor im Pfarrhaus gemeldet hatten. 150 waren es diesmal – und damit ein gutes Viertel mehr als in den Jahren zuvor.

Das sei ganz sicher der Tatsache geschuldet, dass in der nördlichen Wesermarsch in diesem Jahr neben der katholischen St.-Willehad-Gemeinde Nordenham, zu der auch Butjadingen und Stadland gehören, bei der Aktion erstmals auch die evangelischen Kirchengemeinden Nordenham und Rodenkirchen um die Pastorinnen Heike Boelmann-Derra und Birgit Faß teilnahmen, vermutet Diakon Christoph Richter.

Auch hätten diesmal viele Urlauber in ihren Ferienwohnungen um einen Besuch gebeten, sagt er. Christoph Richter muss es wissen, denn alle Fäden liefen bei ihm quasi zusammen. Die Logistik für die Hausbesuche auszutüfteln, war dabei sicherlich eine Herausforderung für ihn, denn jeder Leerlauf zwischendurch sollte vermieden werden.

„Am Tag X arbeiten wir dann die Listen ebenso ab wie ein Postbote. Entweder sind die Leute da oder nicht. Auf Wunschzeiten können wir kaum Rücksicht nehmen“, grenzt der Diakon die Möglichkeiten ein. Denn neben den Haushalten wurden in diesem Jahr auch wieder die Bürgermeister besucht, alle Altenheime sowie erstmals auch die Helios-Klinik.

Am 11. Juni folgt dann im Nachklapp der ökumenische Neujahrsempfang in Blexen.

Bevor die Sternsinger-Kinder auf Tour gehen, werden sie in ganz lockerer Runde während vier Vorbereitungstreffen erst einmal „geschult“. Beim ersten Treffen sahen sie einen Film über die Hilfsprojekte, für die sie sammeln wollten. Beim zweiten wurden die Gruppen eingeteilt und die Hausbesuche im Rollenspiel eingeübt. Beim dritten dann Kronen gebastelt, Kostüme verteilt und Texte und Lieder eingeübt.

Dass hier manchmal auch improvisiert werden musste, blieb natürlich nicht aus. „Geht für den Sternträger auch ein roter Umhang“, fragte beispielsweise eine Mutter. „Geht alles, solange er nicht aussieht wie ein Weihnachtsmann“, entschied Christoph Richter mit einem Augenzwinkern.

Das vierte Treffen übrigens war so etwas wie eine Generalprobe. Die Aussendung der Sternsinger startete mit einem Gottesdienst. Dann schwirrten die Kinder aus. Eltern fuhren sie, denn die Wege waren oft weit. Und es regnete.

Jeder Hausbesuch schließlich endete nach altem Ritual mit dem Kreide-Anschrieb des Segens „20*C+M+B+20“ und mit den Abschiedsworten des Sternträgers und der Heiligen Drei Könige: „Es sagen ein herzliches Dankeschön die Sternsinger, die nun weitergehen. Der Segen bleibt hier – für euch unsichtbar. Wir kommen gern wieder im nächsten Jahr.“

 Während der Abschlussgottesdienste ist am Sonntag die vorläufige Spendensumme bekannt gegeben worden: 3688,32 €Euro.

 Hinzu kommen werden in den nächsten Tagen Spendengelder aus der WillehadGrundschule, der Willehad-Kita, aus dem Haus Christa in Stollhamm und vom bevorstehenden Neujahrsempfang in Blexen. Als Gesamtsumme werden – ähnlich wie im Vorjahr – mehr als 4000 €Euro erwartet.

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