Stollhamm /Langwarden Jeder Gegenstand habe seine eigene Geschichte und könnte mit Leben gefüllt werden, erläutert Günter Spandick. Dies ist derzeit aber nicht seine Aufgabe und die seiner beiden Mitstreiter Heiko Suhr und Manfred Söllner. Das Trio ist seit einem Jahr damit beschäftigt, das in der ehemaligen Grundschule Stollhamm zwischengelagerte Inventar und die Einrichtung des früheren Langwarder Dorfladens R.F. Bahlmann für das Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel zu inventarisieren.

Auch Waagen, Töpfe und andere Gefäße müssen inventarisiert werden.

Schenkung

Das Inventar und die Einrichtung des ehemaligen Langwarder Dorfladens R.F. Bahlmann ist eine Schenkung von Alice Franck­sen an den Förderkreis Museum Butjadingen. Sie hatte den von ihrem Vater Richard Bahlmann übernommenen Dorfladen von 1946 bis 2001 betrieben. Einrichtung und Inventar waren seit 1912, als Richard Bahlmann den Laden in dem 1855 errichteten Wohn- und Geschäftshaus eröffnet hatte, fast unverändert geblieben. Von 2003 bis 2006 wurde der frühere Dorfladen mit Unterbrechungen als „Kaufmanns-Museum“ und damit als Außenstelle des Museums in Fedderwardersiel betrieben. Nach Unstimmigkeiten verständigten sich Förderkreis und Hauseigentümer auf eine Auslagerung des historischen Dorfladens.

Jeweils am Mittwochmorgen treffen sich die ehrenamtlich tätigen drei Pensionäre zu ihrer zweieinhalbstündigen mühseligen Kleinarbeit. Inventar und Einrichtung des ehemaligen Dorfladens bestehen aus über 3000 Teilen. Sie waren im Januar 2013 in Kartons verpackt von Langwarden nach Stollhamm transportiert worden, wo die Gemeinde Butjadingen im Ex-Schulgebäude zwei größere Räume für die Zwischenlagerung zur Verfügung stellte.

Über 670 Einzelteile haben die drei Hobbyarchivare bereits inventarisiert. Sie schätzen, dass sie noch ein bis zwei Jahre für ihre Arbeit benötigen werden. Inventarisieren bedeutet, dass jeder Gegenstand mit Namen, Beschreibung, Zustand, Material und Maße sowie möglichst auch mit Herkunft und Alter in ein Bestandsbuch aufgenommen wird.

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Zudem muss jedes Teil fotografiert und derzeit auch noch handschriftlich in einem Laufzettel eingetragen werden. Diesen Zwischenschritt für eine spätere Digitalisierung könnten sich Heiko Suhr, Günter Spandick und Manfred Söllner ersparen, wenn sie über einen Laptop verfügen würden.

Wenn sie keinen Spaß daran hätten, würden sie diese Arbeit nicht tun, sind sich die drei engagierten Mitglieder des Vereins Förderkreis Museum einig. Für Günter Spandick und Manfred Söllner ist jede Öffnung eines Kartons ein spannende Angelegenheit, denn sie wissen nicht, was sich darin verbirgt. Manche Utensilien habe sie bislang noch nie gesehen.

Heiko Suhr hingegen kennt das Inventar und die Einrichtung des ehemaligen Dorfladens recht gut, denn als der vom Förderkreis zwischen 2003 und 2006 als Kaufmanns-Museum betrieben wurde, war Heiko Suhr zeitweise in dem Laden tätig und hat auch die Bestandslisten mit angefertigt. Doch manchmal ist auch er ratlos.

Als registriertes Museum habe man einen Aufbewahrungs- und Erhaltungsauftrag, hob Dr. Anika Seyfferth, Leiterin des Nationalparkhauses und Museums in Fedderwardersiel, die bedeutsame Arbeit des Trios hervor. Das hatte bereits bei den Inventarisierung des Magazins in Fedderwardersiel eine der Voraussetzungen für die Zertifizierung der Einrichtung als registriertes Museum geschaffen.

Was nach der Inventarisierung und auch Digitalisierung mit Inventar und Einrichtung des ehemaligen Langwarder Dorfladens passiert, und ob der ganz oder auch nur in Teilen wieder aufgebaut werden kann, um in eine Ausstellung integriert zu werden, steht derzeit noch in den Sternen. Das hänge auch von den künftigen räumlichen und finanziellen Möglichkeiten des Nationalparkhauses und Museums ab, verwies Anika Seyf­ferth auf die sich derzeit noch in der Planungsphase befindlich Konzeption für eine neue Dauerausstellung.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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