ECKWARDEN Für viele Eckwarder Aktive heißt die Devise: Nach dem Karneval ist vor dem Karneval. So auch für Familie Büsing. Birgit Büsing (43) denkt schon wieder an Tanzauftritte bei den Prunksitzungen 2011. Vor den Sommerferien nimmt sie mit den „Südstrandteens“ die Proben wieder auf. Ehemann Thomas (43) hat den Programmablauf für nächstes Jahr schon im Kopf. Er macht sich auch schon Gedanken über die Gestaltung der nächsten Orden.

Tochter Annika (14) macht selbstverständlich im Jugendkarneval mit: „Der Karneval gehört dazu, wenn man hier in Eckwarden wohnt.“ Sohn Lukas (16), der zum zweiten Mal mit seinem Vater als „Zwei Irre auf der Parkbank“ in die Bütt gestiegen ist, sieht das ähnlich: „Das wird uns ja auch in unserer Familie vorgelebt.“

Thomas Büsing leistet zusätzlich zu seiner Arbeit als Karnevalsorganisator einen einzigartigen Beitrag zum Eckwarder Karneval. Mit Hilfe seiner Familie bastelt er schmucke Orden – jedes Jahr etwa 150 Exemplare und das seit 1992. Zur 114. Session im Januar gab’s sogar 200 Stück, weil die Orden im Vorjahr knapp geworden waren.

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Damals begleitete der gebürtige Braker, der Leiter der Buchhaltung bei den Norddeutschen Seekabelwerken in Nordenham ist, seine in Eckwarden aufgewachsene Frau zur Karnevalsvorbereitung und sagte sich: „Ein Karneval ohne Orden ist kein Karneval.“ Für jedes Exemplar benötigt er etwas weniger als 50 Minuten. Thomas Büsing meint, diese Arbeit lohne sich: „Ich finde, das haben sich die Eckwarder Karnevalisten durch ihre Leistungen verdient.“

Nur eine Rationalisierung

Wenn es an die Bänder ging, haben die Kinder beim Knoten geholfen. Die karnevalsbegeisterte Familie nahm bisher nur eine Rationalisierung vor: Seit zwei Jahren verwendet sie fertige Kordeln mit Anhänger.

Die Arbeit ist für Vater Thomas gar nicht das Schlimmste – „wenn einem mal rechtzeitig was einfallen würde.“ So richtig auf Touren kommt die Produktion dann in der Regel auf dem letzten Drücker: zwischen Weihnachten und Neujahr. Bei aller Freude muss für Thomas Büsing aber auch einmal Schluss sein. „Ich habe gesagt, dass ich 20 Orden mache, also jetzt noch für dreimal Karneval in Eckwarden.“

Die bisherigen Motive reichen von der klassischen Karnevalsmütze über eine Guildo-Horn-Nussecke, bis zu einer E-Gitarre und einer Filmklappe zum Karneval 2010. Im 111. Eckwarder Karnevalsjahr 2007 gab’s als Besonderheit einen in Kunstharz gegossenen Narrenkopf mit Mütze. Jedes Stück musste nachgearbeitet und gespritzt werden.

Vorwiegend aus Holz

In den ersten Jahren verwendeten Birgit und Thomas Büsing Bauschaum und Metall, inzwischen basteln sie die Schmuckstücke vorwiegend aus Holz.

Eckwarden zählt nur etwa 350 Einwohner. Etwa 75 Aktive stellen jedes Jahr zwei Prunksitzungen auf die Beine. Rund 60 Mitwirkende zählt der Kinder- und Jugendkarneval. Nachwuchsprobleme gibt es noch keine, allerdings ist die Zahl der Kinder geburtenbedingt rückläufig.

Wie ist diese große Beteiligung zu erklären? Thomas Büsing meint: „Der Ursprung liegt im Eckwarder Turnverein, als dieser begann, Tanzen anzubieten. Deshalb sind weit über die Hälfte der Karnevalisten in den Tanzgruppen aktiv und immer machen auch viele junge Leute mit.“ Ehefrau Birgit, die einen Teilzeitjob als Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft in Bremen hat, sagt: „Beim Eckwarder Karneval muss man einfach dabei sein.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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