Moorsee Wieso legt man eigentlich einen Zahn zu, wenn man sich beeilt? Dieser und anderen Redensarten können die Gäste in der Moorseer Mühle auf den Grund gehen. „Die Spinnen! Vom Handwerk zum Sprachgebrauch“ heißt die neue Sonderausstellung, die Museumsleiter Jan Christoph Greim eingerichtet hat. Die Redewendung „einen Zahn zu legen“, stammt aus dem Mittelalter. Das Essen wurde in Töpfen über dem offenen Feuer gekocht. Diese hingen an einem Metallgestänge, das mit Zähnen versehen war. Wurde der Topf um einen Zahn herunter gelassen, war er näher am Feuer und das Essen im Topf wurde schneller erhitzt.

Stücke vom Kornspeicher

„Gedanklich ist die Ausstellung schon innerhalb des ersten Dreivierteljahres entstanden, nachdem ich hier angefangen hatte“, erzählt der Museumsleiter. Da nämlich hatte er sich die Ausstellungsstücke auf dem Kornspeicher des Museums angeschaut, die noch unsortiert waren. Er stellte fest, dass viele der Gegenstände in Sprichwörtern vor kommen, erzählt er.

„Ich versuche immer, neue Zugänge zu den Exponaten zu finden“, sagt er. Jetzt kommen die historischen Stücke in modernem Ambiente daher. Mit bunter Beleuchtung, einer Video-Station und sogar einer Selfie-Ecke können die Besucher etwas über alte Handwerke und die Herkunft von Sprichwörtern erfahren. Viele Redensarten leiten sich von inzwischen schon vergessenen, früher aber alltäglichen Handwerken und Gegenständen ab. Teilweise finden einige Redensarten schon in der Bibel Erwähnung.

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Auf großen Leinwänden sind Zeichnungen von Szenen aus längst vergangenen Tagen zu sehen, die erklären, wie die Exponate früher genutzt wurden. Die Ausstellung startet mit Stücken aus dem Bereich Hauswirtschaft und Kochen führt über den Bereich Landwirtschaft und endet mit Arbeiten, die in einer Mühle anfielen. Im „aktiven Bereich“ der Ausstellung können Besucher selbst „abwägen“, ob sie den Mehlsack am Seil lieber mittels des Flaschenzuges oder über eine einfache Rolle auf die Waage befördern.

Unterstützung beim Aufbau hatte Jan Christoph Greim von Anton Günter Reumann, der ehrenamtlich in der Mühle tätig ist. Auch Schüler der Oberschule 1 haben einen Beitrag geleistet. 25 Schüler aus dem Wahlpflichtkurs Geschichte absolvieren das „Müllerpraktikum 1900“ an der Mühle. So lernen sie einiges über das Handwerk und über die Museumsarbeit. Einige Schüler haben ein Video gedreht, das am Eingang der Ausstellung gezeigt wird. Darin spielen die Jugendlichen kurze Szenen, in denen Redewendungen genutzt werden, zu denen es Exponate in der Ausstellung gibt.

Rund 40 Exponate

Rund 40 Exponate hat die Ausstellung, dazu zählt auch eine ganze Wand aus alten Mehlsäcken, die – wie Jan Christoph Greim festgestellt hat – in sehr vielen Redewendungen auftauchen. „Der Sack ist nun einmal der älteste Transportbehälter, den wir haben“, erklärt der Museumsleiter die Häufigkeit in Redewendungen.

An der Selfie-Station liegen weitere Ausstellungsstücke bereit, mit denen die Besucher Redewendungen nachstellen und die sie für Fotos nutzen können. An einer großen Deutschlandkarte können die Gäste auf Klebezetteln Redewendungen aus ihrer Heimatregion hinterlassen und so selbst einen Teil zur Ausstellung beisteuern.

Am Montag, 1. April, um 18 Uhr wird die Ausstellung eröffnet. Gäste sind willkommen. Regulär ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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