Moorsee Es gibt in Nordenham nicht oft Gelegenheiten, Opernmusik live mitzuerleben. Als zweite Veranstaltung des Musiksommers Wesermarsch bot sich jetzt eine solche Möglichkeit. Zu dem Konzert „Home Opera“ auf dem Gelände der Moorseer Mühle waren mehr als 90 Musikfreunde aus der Region gekommen. Sie alle zeigten sich nach dem Musikabend unter freiem Himmel vor der idyllischen Kulisse des Galerieholländers sehr angetan.

„Einfach toll“, meinte beispielsweise Dr. Timothy Saunders, Leiter des Museums Nordenham. Und selbst Citymanagerin Ilona Tetzlaff, die normalerweise keine Arien hört, war ganz begeistert von den vielen kunstvoll vorgetragenen Solostücken, Duetten und Terzetten. Sie hatte vor zwei Jahren eine Reportage über die Musiker im Fernsehen gesehen und spontan mit Museumsleiter Jan Christoph Greim beschlossen, das Berliner Ensemble nach Moorsee einzuladen.

Europaweit unterwegs

Das Ensemble Home Opera hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinem Publikum die musikalische Gattung des Theaters nahezubringen. Die Künstler treten mittlerweile europaweit in privaten Wohnzimmern auf und präsentieren einen bunten Querschnitt durch die Musikgeschichte der Opern und Musicals.

Moderiert wurde die in jeder Hinsicht überzeugende Veranstaltung von Markus Syperel, der auch am Piano saß und die Sopranistin Anna Davidson aus den USA, die Mezzosopranistin Hetna Regitze Bruun aus Dänemark und den Tenor Joshua Stewart, ebenfalls aus den USA, begleitete.

Den Auftakt machte in Moorsee ein Gesangsstück von Claudio Monteverdi (1567 – 1643), der zu den ersten Opernkomponisten überhaupt gehört. Sein Duett „Pur ti miro, pur ti godo“ wurde auf der Galerie der Moorseer Mühle gesungen.

Es folgten unter anderem bekanntere und unbekanntere Stücke von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759), der mit seinen insgesamt 42 Opernwerken zu den Giganten unter den europäischen Barockkomponisten zählt, Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) und Gioachino Antonio Rossini (1792 – 1868).

Mal ging es da auf der Freilichtbühne tragisch, dann wieder eher heiter, aber durchweg sehr emotional zu. Besonders beeindruckend war unter anderem die Darbietung der Arie „Una voce poco fa“ aus der Oper „Der Barbier von Sevilla“ mit den vielen hohen Tonlagen. Hier drückt die junge Rosina fast schon pathetisch ihre Gefühle für ihren Verehrer aus. Das von Rossini geschriebene Gesangsstück wurde von der Sopranistin Anna Davidson vorgetragen.

Auch jüngere Stücke

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden dann nicht nur Kompositionen von Giuseppe Fortunino Francesco Verdi (1813 – 1901) oder Louis Hector Berlioz (1803 – 1869) geboten, sondern auch Gesangsstücke jüngeren Datums wie etwa „Summertime“’, die erste Arie, die George Gershwin (1898 – 1937) für seine Oper „Porgy and Bess“ komponierte, „Tonight“ und „Somewhere“ aus Leonard Bernsteins (1918 – 1990) Musical „West Side Story“.

Kurzum, es war ein in jeder Hinsicht großartiges Musikformat mit viel Nähe zum Publikum vor der Mühle, zwei Zugaben und mit viel Applaus für die Künstler.

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