Moorsee Woran ist zu erkennen, dass das alljährliche Mühlenfest auf dem Gelände der Moorseer Mühle ein wahrer Publikumsmagnet ist? Ein Blick auf die Auto-Kennzeichen verriet am Wochenende, dass die Veranstaltung nicht nur bei Einheimischen beliebt ist, sondern auch bei Gästen aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und anderen Bundesländern. Mehr als 1500 Besucher zog es zu der zweitägigen Veranstaltung mit einem mehr als bunten Veranstaltungsprogramm. Das sind deutlich mehr als bei dem Jubiläumsfest im vergangenen Jahr.

Neu waren diesmal die Vorführung verschiedener Jagdhunderassen. Ob Weimeraner, Kleiner Münsterländer oder Deutsch Kurzhaar – die Tiere waren echte Hingucker. Eine riesige Hüpfburg für die Kinder, ein Imbiss mit Fischgerichten, eine Kunstausstellung im Müllerhaus sowie ein Informationsstand der hiesigen Jägerschaft bereicherten das Programm. Mehr als 20 Helfer in dunkelgrünen Poloshirts sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Neue Strategie

Ein Grund für den Besucherzuwachs könnte zudem die neue Strategie der Organisatoren gewesen sein. „Wir haben auch unser Marketing intensiviert“, sagte Museumsleiter Jan Christoph Greim. Die Flyer werden neuerdings nicht nur in Nordenham und umzu ausgelegt, sondern auch in Bremen und in den Museen in der näheren Umgebung. Neu sind darüber hinaus die Entdeckerhefte mit den aktuellen Veranstaltungen, die bei den vielen Sommerurlaubern beliebt sind.

Ein Höhepunkt war für viele Besucher war die Vorführung des historischen Dreschens mit einer 26-PS-Lokomobile aus dem Jahr 1911. Den Weizen hierfür hatten die freiwilligen Helfer vom Rüstringer Heimatbund zwei Wochen zuvor ganz traditionell mit Sichte und Pickhaken geerntet. Die Auftritte des „Dresch-Teams“ der Mühle sorgten beim Publikum für reichlich Staunen.

Die alten Arbeitsgeräte wurden früher zum Ausklopfen des Getreides, also zum Lösen der Getreidekörner von der Ähre, genutzt. Mit so genannten Wurfschaufeln konnte man dann Spreu und Korn voreinander trennen. Spannend und hierzu passend waren an den beiden Aktionstagen auch die Führungen durch die Mühle, die zahlreichen Informationen über den Arbeitsalltag eines Müllers und die Vorträge zum Thema „Wenn die Mühle brennt“ auf dem Vorplatz.

Für einige Besucher waren ebenso die Fahrten mit der Aussichtsgondel des Bremer Kranunternehmens Holler-Pröschild eine Attraktion. Sie ermöglichten den Gästen am Sonntag einen Panoramablick über die nördliche Wesermarsch.

Bereichert wurde das Fest durch ein umfangreiches Angebot an Verkaufsständen. Das Spektrum reichte von selbst genähter Kleidung und Geschenkartikeln über Holzarbeiten, selbst geflochtene Körbe und Vogelhäuser bis hin zu Honig, frisch gebackenem Mühlenbrot sowie geräuchertem Fisch.

In der Mühle selbst wurde das Spinnen von Wolle mit dem Spinnrad wie zu alten Zeiten gezeigt. Die Kinder konnten eigenständig Wolle filzen, Seile anfertigen, Kerzen drehen, sich am Dosenwerfen und Sackhüpfen beteiligen, sich auf der Hüpfburg austoben und ‚süße‘ Schätze im Stroh suchen.

Sowohl Erwachsene als auch Kinder zog es an beiden Tagen zu den neun historischen Traktoren der Rostheuler, auf denen die Mädchen und Jungen sogar mitfahren durften. Das älteste Fahrzeug war ein Lanz Bulldog aus dem Jahr 1940.

Minister zu Gast

„Das Mühlenfest ist immer toll. Ich lasse es mir selten entgehen“, meinte auch Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, am Samstag. Der Politiker aus Berne hat schon immer ein großes Interesse an der Erhaltung der Mühle gehabt, die er bereits seit seiner Kindheit kennt. Sein Großvater war mit der Müller-Familie Reinken verwandt.

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