Moorsee Die Flügel des 1840 errichteten Galerieholländers in Moorsee mussten am diesjährigen Mühlentag stillstehen. In den vergangenen Wochen war ein Rad der Laufrolle abgefallen, weshalb die Windrose fixiert werden musste. Eine Expertenfirma war bereits vor Ort. Sie stellt derzeit die für die Reparatur benötigten Bauteile her.

Technischer Defekt

Die Montage wird voraussichtlich in zwei bis drei Wochen erfolgen. „Dann sind wir wieder voll funktionsfähig“, berichteten Klaus Kuck und Anton Günter Reumann, die als freiwillige Müller in der Mühle tätig sind. Die zahlreichen Besucher, zu denen viele Familien mit Kindern gehörten, schien der technische Defekt nicht weiter zu stören.

In Niedersachsen und Bremen beteiligten sich mehr als 200 der von Wasser oder Wind angetriebenen Kraftmaschinen an dem diesjährigen Deutschen Mühlentag. Und trotz stillgelegter Flügel hatte auch das ehrenamtliche Team der Moorseer Mühle alle Hände voll zu tun.

Die beiden freiwilligen Müller erläuterten den Besuchern die robuste Mechanik der Gerätschaften. Die Gäste konnten zusehen, wie beispielsweise Haferflocken mit der Haferquetsche hergestellt werden. Da Hafer ein so genanntes Spelzgetreide ist, das von einer Schale umgeben ist, kommt hierfür nach dem Mahlen ein so genannter Plansichter zum Einsatz, erfuhren die Gäste.

In Moorsee verfügt dieser Plansichter über zehn Siebe mit unterschiedlichen Maschenweiten. Denn Hafer, der an Pferde oder Schafe verfüttert werden soll, muss bei Weitem nicht so fein sein wie derjenige, der beispielsweise für Hafergrieß benötigt wird.

Wer sich besonders für den Arbeitsalltag eines Müllers interessierte, konnte am Mühlentag an einer der beiden Müllerführungen von Annegrete Hemken teilnehmen, die auch gleich viel Wissenswertes über die Historie des Technikdenkmals mit Wind- und Motormahlgängen, Quetsch- und Mahlmaschinen, Walzstuhl und eben besagtem Plansichter vermittelte.

Sonderausstellung

Einige Besucher nutzten auch die Gelegenheit, um sich das Museum anzusehen, das ebenso viele Informationen über die Geschichte der Müllerei und der Mühlenlandschaft Wesermarsch bereithält. Auch einen kurzen Rundgang durch die aktuelle Mitmach-Sonderausstellung „Die spinnen! vom Handwerk zum Sprachgebrauch“ mit rund 40 Exponaten konnten die Besucher unternehmen.

In der Sonderausstellung geht es um Redewendungen, die auf frühere Handwerke und Tätigkeiten zurückgehen. Dort erfuhren die Gäste unter anderem, dass die „Handhabe“ in früheren Zeiten eine Tragehilfe für die Müller war. Die Sonderausstellung läuft bis Ende Oktober. Beim nächsten Aktionstag im Jahresprogramm der Moorseer Mühle wird sich übrigens alles um die Biene drehen. Die Veranstaltung wird am Sonntag, 21. Juli, stattfinden.

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