RODENKIRCHEN Etwa 600 Fans des Hip-Hop feierten am Sonnabend in der Rodenkircher Markthalle bei der „NR-Night 2“. Neben sieben Rap-Acts (Auftritte) gab es auch einen Freestyle Battle. Bei einem Battle treten immer zwei Rapper gegeneinander an und versuchen den anderen mit Worten anzugreifen und zu besiegen.

Das besondere dabei ist, dass die Künstler keine vorgefertigten Texte benutzen, sondern aus dem Stehgreif auf die Worte des jeweils anderen reagieren – mit eigenen Reimen. Wer eine Auseinandersetzung gewonnen hat, entschied das Publikum sowie eine Jury aus zwei erfahrenen Rappern: „Testrix“ aus Bremen und „Bilow“ aus Essen.

Bilow (25) vom deutschen Hip-Hop-Label „Einer von den Guten“ hat sich durch Auftritte in ganz Deutschland einen Namen gemacht. Das Ziel des Esseners ist es, einmal mit der Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen: „Ich will mal meine Miete davon bezahlen können.“

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Auch sein Jurykollege Testrix (24) aus Bremen ist seit fünf Jahren aktiv dabei. Er gehört zu den Erfolgreichsten der norddeutschen Rap-Szene. Selbst die beiden erfahrenen Künstler konnten keine klare Entscheidung treffen, so dass der Wettstreit mit einem Unentschieden endete. „Denzko“ aus Wiesmoor und „K & Giz“ aus Cuxhaven teilten sich den Sieg.

Die Veranstalter Benjamin Paulick (20) aus Kleinensiel und Florian Zegar (18) aus Oldenbrok haben sich vor drei Jahren kennen gelernt. Sie meinten, in der Wesermarsch müsse etwas für junge aufstrebende Künstler getan werden. So war die Idee einer Hip-Hop-Veranstaltung geboren. Die beiden gründeten „Nordisch Rapresenting“.

Der erste „Jam“, wie die Hip-Hop-Szene die Auftritte nennt, fand Ende 2006 im „Whisky-a-Go-Go“ in Brake statt – mit über 400 Besuchern. Auch in Rodenkirchen wurden viele Hip-Hop-Begeisterte erwartet. Die erhoffen 1000 Besucher konnten zwar nicht erreicht werden, doch 600 zahlende Gäste sind trotzdem ein Erfolg für das aufstrebende Duo.

Benjamin Paulick, der auf der Bühne als „Joey Stylez“ zusammen mit „Grandstyle“ (Oldenburg), „Brigga“ und „Buskape“ (beide Bielefeld) auftrat, war daher sehr zufrieden: „Natürlich ist es schade, die 1000-er Marke nicht ganz geknackt zu haben, aber auch so war es ein sehr gelungener Abend für uns. Man hat wieder einmal gesehen, dass viele Leute auf diese Musik stehen und in der Region viel zu wenig in dieser Richtung angeboten wird.“ Diese Misere zu beenden haben sich die jungen Veranstalter zur Aufgabe gemacht und wollen weitere Jams folgen lassen.

Hip-Hop ist für Paulick mehr als Musik: „Hip-Hop ist ja nicht nur Rap. Hip-Hop ist auch Breakdance, DJing, Beatboxing und Graffiti. Und es gibt keine andere Stilrichtung, mit der man Gefühle so gut ausdrücken kann.“ Sein Kollege Florian Zegar kümmerte sich während der Auftritte um die Technik.

Neben der Crew von Benjamin Paulick traten auch „End & Straight Up“, „Juiz 85 aka Battle Juizz“, „Maja“, „Snare Force One“, „Perserker 77“ und „Jan Solo“ vom „Unitaz“-Team aus Ganderkesee auf. Vom provokantesten deutschen Hip-Hop-Label „Häng dich auf“-Records waren „Skitekk“, „Murder Mack“ und „Abiszett“ aus Bremen dabei.

Die Bremerhavener Hip-Hop-Szene vertraten „Ozack & Valon“, „Spomby“, „Ordell“, „Peed & Paddy the Beat“. Mit politischen Texten und Partyhits machten „Denzko“ (Wiesmoor) und „yD“ (Brake) auf sich aufmerksam. Auch „yD’s“ Combo „3st-Records“ aus Brake heizte dem Publikum mit harten Beats und mitreißendem Rap ein. Unterstützt wurden die Künstler von „DJ Boomroot“, der mitreißende Samples auflegte und durch gekonnte Scratching-Einlagen immer wieder in den Mittelpunkt rückte.

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