NORDENHAM Nach ihrem Vorjahresauftritt in Brake kam Superstamp am Freitag erstmals in die Nordenhamer Jahnhalle. Das Konzert war für eine Premiere zwar gut besucht, aber die Zuschauerzahlen bieten noch Steigerungsmöglichkeiten.

Die legendäre Band Supertramp zählt zu den absolut Größten im Pop-Rock-Business und bestand in unterschiedlichen Besetzungen über 20 Jahre lang. Ihre Nachahmer veranstalteten ein Zeitreise-Konzert von der ersten Hälfte der 70er bis ans Ende der 90er Jahre.

Vielfalt als Markenzeichen

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Die Supertramp-Macher wussten mit ihrem Kapital zu wuchern: Mit Rick Davies und Roger Hodgson verfügten sie über zwei Sänger mit ausdrucksstarken und doch im Charakter sehr verschiedenen Stimmen. Die anderen Musiker ergänzten sie zu komplexen Chören. Mit starker E-Gitarre, Piano, Keyboards und Saxofon stand ihnen die Instrumentierung für vielschichtige Arrangements zur Verfügung – und sie nutzten sie. In genialer Weise verbanden Supertramp Eingängiges mit Anspruchsvollem. Abwechslung und Vielfalt wurden zum Markenzeichen der Band. Viele ihrer Titel, vor allem aus der Mitte der 70er, wurden zu Rock-Pop-Evergreens.

Superstamp hat den Sound des Originals. „Ain’t Nobody But Me“ oder „Breakfast In America“ klangen bombastisch und voll in der ehemaligen Turnhalle und ließen nichts vermissen. Einige Stücke aus der Spätphase (nach dem Fortgang von Hodgson) fielen dagegen kompositorisch ab (etwa „You Win“).

Dass ausgerechnet das hymnische „School“ als erstes Stück des Abends schräg klang, war verzeihlich. Weder die Mundharmonika-Passage zum Auftakt – die legendäre Anspielung auf „Spiel mir das Lied vom Tod“ – noch das Saxofon-Intro klangen wie gewohnt. Letzteres, da mit dem Sopran-Saxofon gespielt, recht quäkig.

Bayer in der Hodgson-Rolle

Die in Leipzig angesiedelte Band hat mit dem gebürtigen Bayern Maertel Monroe einen tollen Hodgson-Ersatz gefunden, der auch als Frontman eine gute Figur abgab. Lediglich die tiefgelegte Witz-Einlage zu Beginn kam überhaupt nicht an. Henry Nelle spielte und sang den Rick-Davies-Part exzellent. Uli Wirth lieferte mit seinem Quartett aus Klarinette, Sopra-, Tenor- und Altsaxofon sowie seiner Chorstimme einen zentralen Beitrag. Jens Legler überzeugte als Gitarrist. Im Hintergrund wirkte der Keyboarder Peter Schmidt. Peter Lencer hielt sich in typischer Bassisten-Manier zurück, während sein Rhythmus-Partner Wieland Götze an den Drums für viel Schwung und Druck sorgte und sich am Chor beteiligte.

Mit weiteren Höhepunkten wie „Sister Moonshine“, „Logical Song“, „Take The Long Way Home“, „Dreamer“, „Give A Little Bit“, „Bloody Well Right“ oder „Crime Of The Century“ erfreuten sie die Sinne nicht nur der alten Supertramp-Fans, sondern gewannen auch neue.

Bei all diesen guten Voraussetzungen verwunderte es allerdings, dass der „Nordenhamer Graben“ zwischen Bühne und Publikum nicht zu schließen war. Das mag an Kleinigkeiten gelegen haben. Etwa daran, dass Monroe lange Zeit auf der Bühne Kaugummi kauend sang. Oder daran, dass viele Texte von einer Art Tele-Prompter abgelesen wurden. Vielleicht muss das norddeutsche Publikum auch mehr Zeit eingeräumt bekommen, bevor es vehement zum Mitmachen aufgefordert wird.

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