SEEFELD In die Welt der Heimatfilme mit ihren herzzerreißenden, vor Schmalz nur so triefenden Geschichten mit festgelegten Geschlechterrollen und auf die Tränendrüse drückenden Lebensträumen haben sich die Darsteller der Seefelder Mühlen-Theatergruppe bei ihrer neuen Inszenierung „Sehnsucht der Herzen oder Live-TV" gewagt, deren Premiere am Freitagabend in der Mühle stattfand. Die 13 Schauspieler um Regisseurin Heike Scharf karrikieren die Langatmigkeit und Inhaltslosigkeit der Heimatfilme in bester Manier.

Die kurzen Szenen wurden durchwirkt mit peppigen, lebendigen und temporeichen Werbespots. Und am Ende war jeder Zuschauer froh, wenn diese geschaltet wurden. Wenn vor dem heimischen Fernseher ein genervtes Stöhnen zu hören ist, wird fieberhaft nach der Fernbedienung gesucht wird, um den trällernden Spots mit der bunten Bildsprache schnellstmöglich zu entgehen. Für die Gäste der Theaterpremiere dagegen war es schon fast eine Erleichterung, dem schmalztriefenden Heimatfilm ohne jegliche Spannung und ohne Sprechtempo zu entrinnen, um dann herzhaft über die mit viel Witz und ebensolchem Aufwand gestalteten Spots lachen zu können.

Szenenapplaus

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Ob Florentine, Malgonit, Bärenquark, die Seefeld Mannheimer, Vernaschungseier oder Mültje-Gebäck – der Wiedererkennungseffekt ließ die Zuschauer regelmäßig schmunzeln und sie spendeten viel Szenenapplaus. Besonders erheiternd war der Pfanni-Werbespot, der einem originalen Spot aus den 50er-Jahren nachempfunden war. Die Antiquiertheit und die Schlichtheit der Werbeaussage zeigten eine deutliche Wirkung bei den Lachmuskeln vor allem beim Refrain „Pfanni-Knödel-Nödel-Nödel-Nödel-Nödel sind heute modern und schmecken famos“.

97 Rollen wurden auf diese Weise kreiert und Unmengen an Requisiten kamen zum Einsatz. Die Küche im Mühlen-Cafe war proppenvoll und wurde vollständig von den Akteuren belagert. Die Kostüme waren teilweise freundliche Leihgaben der Niederdeutschen Bühne Brake, bei der sich Heike Scharf herzlich bedankte.

„Frau Pilcher wäre stolz auf uns“, fasste Heike Scharf den 90-minütigen Zweiakter zusammen. Auf die Frage des Ansagers Klaus Janssen am Ende der Show „War das schön?“" kam ein langgezogenes „Jaah" aus dem Publikum. Und damit war der Sendeschluss eingeläutet.

13 Darsteller

Den Darstellern Dittmar Sprekelmann, Anke Kloppenburg, Cornelia Jürgens, Anja Thümler, Roswitha Barre, Anneliese Kling, Anke Lippert, Karin Rebmann, Anne Grabhorn, Meike Peschke, Heike Barre, Klaus Janssen und Irmgard Rüthemann gebührte ein kräftiger Applaus als Lohn für eine sehenswerte Leistung.

Bei der anschließenden Premierenfeier in der Seefelder Mühle konnten die selbst gebackenen Mültjekekse von den Darstellern erworben werden, als Erinnerung an einen schönen Fernsehabend wie aus dem richtigen Leben. Dessen Wiederholungen finden am 10. und 13. November jeweils ab 20 Uhr sowie am 14. November ab 15 und ab 20 Uhr statt. Es gibt für alle Aufführungen noch Restkarten.

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