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FEDDERWARDERSIEL Wer erinnert sich angesichts der Millionen-Investitionen in den Nordseebädern Tossens und Burhave schon noch an die Anfänge des Tourismus in Butjadingen? Wenn heute auch immer größere Projekte angeschoben werden müssen, um die Stellung im hart umkämpften Urlaubsmarkt zu verteidigen, begann die Kurgeschichte in der Bädergemeinde doch eher bescheiden mit Angeboten für den kleinen Geldbeutel.

Diese Entwicklung von den Anfängen bis heute stellt eine Sonderausstellung im Nationalpark-Haus und Museum Butjadingen in Fedderwardersiel vor mit dem Namen „Bade-Orte: Bilder und Geschichten“. Noch bis zum 16. September ist die Ausstellung geöffnet. Danach werden Teile in die Dauerausstellung des Museums am Kutterhafen übernommen.

Museums-Leiterin Gabriele Speckels erläutert die Ausstellung im Seminarraum des Hauses. Danach erkannten im 18. Jahrhundert Mediziner die heilsame Wirkung von Seeluft und Meerwasser für den Menschen. Zunächst waren Urlaube Adeligen vorbehalten, die es sich leisten konnten. Bald folgte auch das Bürgertum in die Seebäder. Für den einfachen Menschen dauerte es noch etwas, bevor er sich in die kühlen und gesunden Fluten stürzen konnte. Immerhin musste die Küste auch erst touristisch erschlossen werden.

In Tossens war es dann 1905 so weit: der Berliner Beamtenwirtschaftsverein eröffnete hier sein erstes Feriendomizil für gestresste Beamte, die als erstes über einen gesetzlichen Urlaubsanspruch verfügten. In den 1890-er Jahren verfügten die Orte Burhave, Tossens und Eckwarden bereits über die ersten Badeanstalten.

1912 wurde der „Verein zu Förderung des Nordseebades und Luftkurortes Burhave“ gegründet. Damit waren in allen drei Orten Tourismus-Vereine mit der Entwicklung des Badebetriebes beauftragt. Von diesen Vereinen wurden Reiseführer und Prospekte herausgegeben, die für Gabriele Speckels und ihre Mitarbeiter einen wichtigen Teil der Sonderausstellung ausmachen.

Es sei nicht leicht gewesen, Originale aufzutreiben. Aber von diesen Dokumenten lebe die Ausstellung. Hier wurde mit ländlicher Idylle, mildem Seeklima, mit Geselligkeiten und Unterhaltung, Liegekuren, Tanz und Ausflügen in Zwanglosigkeit geworben.

Aus dieser Zeit seien begeisternde Bilder zusammengetragen worden, die die Geschichte der Badeorte in Zeitraffer verdeutlichten und veranschaulichten. So seien auch um 1910 in allen Orten Strandhallen (damals noch als „Giftbuden“ bezeichnet) zu finden gewesen.

Vor allem aus dem Nachlass von Herbert Elbs, der von 1929 bis 1933 die Strandhalle in Burhave führt, stammen zwei interessante Exponate: ein Gästebuch und ein Fotoalbum. Auch die Bildersammlung von Kurt Hellmann (Fremdenverkehrsverein Tossens und zeitweise ehrenamtlicher Kurdirektor) sei sehr wichtig für die Ausstellung, denn Hellmann habe akribisch die Entwicklung des Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Kamera dokumentiert.

Ansichtskarten gibt es in der Ausstellung auch zu sehen. Anfang des 20. Jahrhunderts gab die Eckwarder Kaufmannsfamilie Karten für Eckwarderhörne heraus. Für Burhave hat Willy Repnak (selber 30 Jahre im Vorstand des Burhaver Fremdenverkehrsvereins tätig) viele Ansichtskarten gesammelt.

Neben den Badeorten stieg aber auch immer mehr das Interesse für die Natur, so Speckels. So war schon bald das Wattenmeer und die Natur der Bädergemeinde ein bevorzugtes Ziel der Reisenden. Die Ausweisung des Nationalparks Wattenmeer vor 20 Jahren unterstützte diese Entwicklung zusätzlich.

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