NORDENHAM Der weihnachtlich geschmückte Tannenbaum am Rand der Bühne musste sich ziemlich deplatziert vorgekommen sein. Er war am Montagabend in der Jahnhalle das einzige Utensil, das noch an Weihnachten erinnerte. Alles andere als besinnlich ging es dort zu. In der Jahnhalle versammelten sich 200 Anhänger der Heavy-Metal-Musik, um das Weihnachtfest laut und wild ausklingen zu lassen. Gleich drei Bands traten an, mit Gitarrenriffs und infernalischem Schlagzeuggewitter das alte Gemäuer in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Zugegeben, es mag eigenartig sein, sich eben noch ein „Frohe Weihnachten“ zuzurufen und dann gemeinsam bei ohrenbetäubender Musik dem Headbangen oder Pogo-Tanzen beizuwohnen. Aber es war irgendwie auch ganz normal.

Die Band Blacksite war extra aus Hessen angereist und hatte den schweren Anheizerjob übernommen. Etwas nervös, war es doch ihr erster Auftritt in der jetzigen Formation, ließen sie es sogleich richtig krachen. Dem Publikum gefiel der Sound, auch wenn es am Anfang noch etwas zurückhaltend agierte. Aber die Hauptacts des Abends versprachen noch so einiges.

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Michael Ehrés Idee

Michael Ehré, bekannter Schlagzeuger und seines Zeichens Nordenhamer, hatte die Idee zu diesem Abend gehabt. Tags zuvor war er mit seiner Band Love Might Kill im Bremer Aladin aufgetreten. Und so lag es nahe, auch gleich noch ein Konzert in der Jahnhalle zu spielen.

Die Musiker von Love Might Kill setzten dann auch den ersten Höhepunkt des Abends. Mit den Songs von ihrer aktuellen CD „Brace for Impact“ lockten Drummer Michael Ehré und seine fünf Mitstreiter sogar das mit gutem Sitzfleisch ausgestattete Publikum aus dem Tresenbereich bis vor die Bühne.

Für den aus Italien stammenden Sänger Jan Manenti war es der zweite Auftritt in Nordenham. Er freute sich, so viele bekannte Gesichter wieder zu sehen. Christian Stöver und Stefan Ellerhost an den Gitarren, Jogi Sweers am Bass und Sascha Onnen an den Keyboards hatten ebenfalls großen Anteil daran, dass Live Might Kill die Jahnhalle zum Brodeln brachte. Am vorderen Bühnenrand standen die eingefleischten Fans. Mit Band-Shirts bekleidet sangen sie textsicher alle Lieder mit und feierten ihre Idole.

Love Might Kill zählt zu den aufstrebenden Sternen am Heavy-Metal-Himmel. Ihre neue CD wird vielerorts als bestes Newcomer-Werk des Jahres gefeiert und ihr Video sogar im japanischen Musik-TV rauf und runter gespielt.

Für den großen Schluss- und Höhepunkt des etwas anderen Weihnachtsabends sollte aber die Band Mob Rules sorgen. Kein Wunder, denn einerseits spielt diese schon 1994 gegründete Band ganz oben in der Szene mit und andererseits sind gleich zwei Nordenhamer mit dabei – das konnte also nur gut werden. Sven Lüdke an der Gitarre und Jan-Christian Halfbrodt am Keyboard hatten so auch sichtlich Spaß, vor dem heimischen Publikum zu musizieren.

Charismatisch forderte Sänger Klaus Dierks immer wieder das Publikum auf, alles zu geben. Und die Fans ließen sich nicht lange bitten. Lange Haare flogen im Rhythmus der harten Klänge vor und zurück. Wild tanzend wogte einer Welle gleich das Publikum auf und ab. Die Mob Rules wussten, wie man die etwas andere Weihnachtsstimmung verbreitet. Zusammen mit Matthias Mineur brannte Sven Lüdke die Gitarrenriffs ab, während Nikolas Fritz an den Drums und Markus Brinkmann am Bass für das Rhythmusgewitter zuständig waren.

Finale nach vier Stunden

Doch auch ein solcher Weihnachtsabend muss irgendwann zu Ende sein. Nach über vier Stunden Heavy Metal war selbst das härteste Gehör kurz vor dem dauerpfeifenden Tinnitus angekommen und der Nacken macht auch kein weiteres Headbangen mehr mit. Aber in gut 360 Tagen ist ja wieder Weihnachten, dann gibt’s hoffentlich wieder ein „O du Fröhliche“ beim X-Mas-Metal.

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