NORDENHAM Mal wieder „ordentlich was auf die Ohren gab“ es am Sonntagabend in der Jahnhalle: Niemand geringerer als Kee Marcello, der durch sein Engagement bei der schwedischen Hardrock Ikone „Europe" bekannt geworden ist, hatte zum Konzert eingeladen. Marcello war Mitte der 80er-Jahre kurzfristig für den Lead-Gitarristen John Norman eingesprungen und begleitete die Band von ihrer äußerst erfolgreichen Final-Countdown-Tour an, bis zur Auflösung in die frühen 90er-Jahre.

Bevor es los ging, gab es jedoch in alter Rock’n-Roll-Manier noch eine Vorband: Das Quartett „The RamDo Connection" brachte progressive, basslastige Heavy-Metal-Riffs auf die Bühne und entfachte dabei einen ziemlichen Lärm. Wie es bei Vorgruppen häufig der Fall ist, wirkten die Bremer ein bisschen deplatziert und hatten auch beim Publikum kein leichtes Spiel.

Als es gegen 21.15 Uhr mit dem Hauptprogramm losgehen konnte, hatten sich mittlerweile etwas mehr als 100 Zuhörer im Kulturzentrum versammelt. Wer jetzt allerdings das Ertönen der berüchtigten „Final-Countdown"-Fanfare erwartet hatte, wurde enttäuscht. Kee Marcello hatte seine eigenen Songs im Gepäck: Gleich die erste Nummer „Get on Top" war eine erdige, eingängige Rocknummer, mit „Raptor" legte das Trio nochmal einen Härtegrad drauf. Andere Songs, wie „Coming Home", klangen dann eher wieder nach Bryan Adams oder Bon Jovi.

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Ein deftiges Drumsolo vom international erfolgreichen Nordenhamer Schlagzeuger Michael Ehre durfte natürlich nicht fehlen, wenig später gab sich auch Marcellos Landsmann Ken Sandin am Bass ebenfalls die Ehre. Der offiziell letzte Song „The Harder They Come" hatte mit dem gleichnamigen Stück von Jimmy Cliff nichts am Hut, sondern entpuppte sich als eingängiger, moderner Rockkracher á la Metallica und rundete das musikalische Spektrum der Gruppe ab.

Obwohl das Publikum sich bis zu letzt nicht so recht an die Bühne traute, kam die Truppe offensichtlich gut an. Im Zugabenteil zeigte der äußerst symphatische Maestro Marcello dann in einem irrwitzig schnellen Solostück, wieso ihn viele Musikliebhaber in einem Atemzug mit Gitarren-Größen wie Yngwie Malmsteen nennen. Ganz zum Schluss stand mit „Superstitious" dann doch noch ein Trostpflaster für die „Europe“-Fanfraktion bereit. Das Publikum erlebte ein unkompliziertes Rockkonzert, das Spaß machte.

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