Elsfleth Kunst: In diesem Kammerspiel der französischen Autorin Yasmina Reza stellen drei Männer einerseits das Wesen und die Wertigkeit der Kunst auf den Prüfstand, andererseits werden auch die Stabilität und die Wahrhaftigkeit ihrer Freundschaft in Frage gestellt. Wie viel Toleranz gesteht sich ein Männertrio zu, ohne ins Dramadreieck zu geraten?

Dargestellt wird die französische Parabel, die zum Welterfolg wurde, im Elsflether Heye-Saal von dem jüngst in seine Heimatstadt zurück gekehrte Multitalent Arne Nobel. Er spielt die Rolle des „Serge“, seine Schauspielerfreunde stellen „Marc“ (Marc Zabinski) und „Yvan“ (Alexander Kruse-Mettin) dar.

Den „roten Faden“ des Stückes liefert die monochrome Malerei der frühen 60er Jahre. Dies ist eine Stilrichtung, die immerhin das Zeug hat zu provozieren und darüber hinaus imstande ist, eine Männerfreundschaft zu zerstören.

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Dem Trio im Heye-Saal gelingt es mit Leichtigkeit, die Charaktere der Protagonisten deutlich darzustellen. Da wäre „Serge“, der zwar nicht reiche, aber gut betuchte Dermatologe, der 200 000 Franc in ein mittelgroßes Bild investiert. Dargestellt wird auf dem Kunstwerk eine weiße Fläche mit kleinen weißen Rillen.

Freund „Marc“, der nonchalant Zynische, verspottet das Bild als „Scheiße“ – und es entspinnt sich ein verbales Gefecht über die „Werte der Kunst“.

Für „Marc“ ist „Serge“ ein Snob ohne jeden Humor. „Serge“ wiederum ist überzeugt von der Ästhetik des Bildes, das seinen Preis wert ist.

Als dritter im Bunde gerät der stets um Ausgleich bemühte „Yvan“ zwischen die Fronten. Er, der vor allem geliebt und akzeptiert sein möchte, wird zum Pendel – und schon feiert das Dramadreieck (Opfer/Verfolger/Retter) immer im Wechsel fröhliche Urständ. Nach diversen Scharmützeln wird der nickelige Psychokrieg zur lustigen Tragödie – mit Lachen, auch über sich selbst, kann man alle Fronten aufweichen.

Die Front der Zuschauer im Heye-Saal hat das „Trio Infernal“ schon mit den ersten Dialogen aufgebrochen.

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