TOSSENS Für den Jahrgang 11 des Gymnasiums in Tossens begrüßte Fee Anthea Ricker die zahlreichen Konzertbesucher und bilanzierte, dass das Projekt doch mit viel Arbeit verbunden gewesen sei. Um so größer die Freude der Schüler auf und über den Auftritt von Mario Hené.

Der Künstler nahm auf einer Bühne Platz, wie er sie nach eigenem Bekunden so liebevoll gestaltet noch nie genießen konnte. Ein Banner entlang der Vorderfront zitierte: „Leise ist laut genug“. Um den Bühnenrand schlängelte sich eine Girlande aus Gartengrün. Mehrere Gruppen von Kerzen und ein verkleidetes Podest sorgten für optische Reize. Auch den Publikumsraum säumten Kerzen und stimmten auf die poetischen Lieder ein.

Den Vorraum zierten Bilder und Skulpturen, die nach Texten Henés entstanden waren. Dort saßen Schüler an der Kasse, andere hatten die Caféteria zum Pausen-Aufenthaltsort gemacht. Sie boten Kuchen und Bockwurst, kalte und warme Getränke an.

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Hené belohnte sie nicht nur mit viel Lob für ihre Arbeit und Anerkennung für die Umstände seines Auftritts, sondern auch mit der Musik, die sie sich gewünscht hatten. So bemühte er sich, alle Lieder zu spielen, die in irgendeinem der Exponate ihren Ausdruck gefunden hatten. Natürlich freuten sich die „Künstler“, „ihren Song“ wiederzuerkennen.

Es freuten sich aber auch die anderen Zuhörer, denn ihnen wurde feine Musik geboten. Auf zwei wohlklingenden – von Schülern perfekt akustisch verstärkten – Gitarren zauberten seine Finger filigrane Läufe und komplexe Klangbilder oder rhythmisch- rockige Klänge, je nach Stimmung des jeweiligen Textes. Souverän und virtuos überzeugte Hené als Gitarrist auch und vor allem die Amateur-Gitarristen im Publikum.

Am Sänger Mario Hené fällt unmittelbar die Stimme auf. Empfindsam und empfindlich zugleich, rauh aber verletztlich klingt sein Gesang. Bei manchen Stücken ist ihm die Anstrengung anzumerken, die ihm höhere Tonlagen abverlangen. Dort, wo er eben nicht in Chorknaben-Manier blütensauber singt, kommt das der Emotionaliät der Lieder zugute.

Wie bei vielen Berufskollegen überwiegen die Moll-Töne, ist die Klangfarbe eher dunkel. „Viel zu viele Nächte“ werden gefolgt von der „Trilogie der Wunden“ (aus einer gescheiterten Liebesbeziehung). Der Sänger sieht sich als einsamen Wolf, als Freien unter Konformisten, der in der Anpassung die Selbstaufgabe sieht. Die Menschen sind „Wilde Pferde mit Sattel und Zaum“. Der Steppenwolf verliert sein Herz in der Stadt.

Er singt von Vergänglichkeit, Verzweiflung und Ignoranz, bezweifelt, dass der Mensch „Die Krone der Schöpfung“ sei und hat doch Hoffnung. In einem Lied für seine und eines Freundes Tochter fordert er sie auf: „Bleib so frei!“

Mit einem Blues von Alexis Korner mit dem Titel „Wenn Sorgen Geld wären, wäre ich ein reicher Mann“ als zweiter Zugabe endete sein Konzert. Den Veranstaltern machte er Mut, weitere folgen zu lassen.

Das Publikum folgte aufmerksam und nachdenklich, spendete reichlich Applaus und wird unterschiedliche Favoriten unter seinen Songs gehabt haben. Viele Texte sind poetisch verschlüsselt, sprechen dem einen aus dem Herzen und sind dem anderen vielleicht zu sehr „Betroffenheits-Lyrik“, doch für jeden finden sich Goldstücke.

Mario Hené gewinnt durch seine Authentizität und bereicherte das Leben der am Projekt beteiligten Schüler um eine wertvolle Erfahrung.

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