Lemwerder /Vegesack Tierisch, im wahrsten Sinne des Wortes, ging bei der 8. Pappbootregatta anlässlich des 200. Geburtstags der Bremer Stadtmusikanten im Vegesacker Hafenbecken die Post ab. Nicht nur die in der Kategorie „Kreativität“ startenden Teilnehmer hatten sich beim Bau ihrer Schwimmkörper dazu einiges für die vom Verein „Nautilus“ organisierte Veranstaltung einfallen lassen. Auch die Schwimmkörper, die durch Geschwindigkeit punkten wollten, hatten oftmals das Thema aufgegriffen.

Ob die nach strengen Vorgaben gebauten Wasserfahrzeuge tatsächlich so funktionierten, wie es sich deren Konstrukteure erhofft hatten, stellte sich in den meisten Fällen aber erst – sehr zum Vergnügen der unzähligen Schaulustigen, die das Hafenbecken säumten – beim Stapellauf heraus. Denn bei dem empfindlichen Material zogen es die meisten Teilnehmer vor, lieber auf eine Probefahrt zu verzichten.

Und das erwies sich noch vor dem Startschuss des ersten Rennens als ziemlich nasse Angelegenheit für die zweiköpfige Besatzung der „Nachtkatze“ von den „Nachtwanderern“, die gegen „Die ReBellen“ der Martinshofwerkstatt antrat. Noch am Anleger kenterte das schicke Boot.

„Das habe ich mir gedacht“, schmunzelte Crewmitglied Rebecca Wedingfeld, nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Wechselkleidung hatte sie vorsichtshalber eingepackt und auf einen weiteren Startversuch wurde aufgrund der offenbar nicht ganz optimalen Form der „Nachtkatze“ lieber verzichtet.

Gleich eine ganze Performance hatten Sophie Spieker und ihre drei Freundinnen erarbeitet. Ganz alleine und nach eigenen Vorstellungen bauten die Schülerinnen das Gefährt, auf dem sie letztes Jahr als Helene Fischer Double antraten, zum Floß für „Tierretter“ um. Nicht mit Geschwindigkeit, sondern mit dem Überraschungseffekt sollte gepunktet werden, so der Plan. Denn kurz nach dem Umrunden der Boje sprangen Sophie und Swantje mutig vom auf dem Boot stehenden Trampolin in die Weser, um Flamingo und Ente, die sich losgerissen hatten, zu retten. „Ob das wohl ohne zu kippen gut geht?“, fieberte eine der mit Handtuch wartenden Mütter mit. Es klappte alles bestens. Und am Ende gab es für Solveig, Sophie, Amelie und Swantje als „Spezialpappi“ sogar die Wanderplakette und 100 Euro Belohnung.

Das Schulzentrum Vegesack wurde bei der Preisverleihung mit seinem „Hippo Campus“ vor der alles andere als langsamen Schnecke der Friedehorster Inklusiven und den erstmals teilnehmenden Werbeschnipseln mit ihrem „Wasserhahn“ zum kreativsten Gefährt gekürt

Nach einem Jahr Pause waren auch die Azubis der Fassmer-Werft wieder dabei. Als „Tierisch Fassmer“ gingen sie in der Kategorie „Geschwindigkeit“ an den Start. Gegen die Kollegen von Lürssen oder Abeking & Rasmussen hatten sie jedoch keine Chance. Mit einer Sekunde Vorsprung lag „Donnerwetter“, der zähnefletschende Lürssen-Hai, am Ende vor der mit Auszubildenden des ersten Lehrjahrs besetzten „Planke 1“ von A&R. Den mit 25 Euro honorierten dritten Platz belegte das Schulzentrum Vegesack mit „Highspeed“ vor der A&R „Planke 2“. Das Fassmer Team landete auf dem siebten von insgesamt neun Plätzen.

Nach der Siegerehrung war am Vegesacker Hafen aber noch lange nicht Schluss. Mit irischer Musik und bunten Markttreiben ging es noch lange weiter durch den lauen Frühlingsabend.


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