Lemwerder Ein leckeres Frühstück mit fair gehandelten oder regionalen Lebensmitteln, Musik der Trommelgruppe „Kuku“ und eine Modenschau als „Nachtisch“ lockten im Rahmen der Fair-Trade-Woche am Samstag ins evangelische Gemeindehaus Lemwerder. Mit Unterstützung der Werbegemeinschaft, des Eine-Welt-Laden-Teams, des Lemwerder Turnvereins, der Kirchengemeinden, der Landfrauen und der Gemeindeverwaltung hatte die Fairtrade-Lenkungsgruppe eingeladen.

Dass die Veranstaltung dort stattfand, sei ein Glücksfall gewesen, freute sich Ingeburg Kwiske vom Eine-Welt-Laden. So seien viele weitere Menschen auf das bunte Angebot von fair gehandelten Lebensmitteln, Schmuck oder Geschenkartikeln aufmerksam geworden.

Ammerländer, Edeka Maaß und die Gärtnerei Hannig, die verschiedene Tomatensorten für das Büfett zur Verfügung stellten, unterstützten als Sponsoren das zweite faire Frühstück in der Gemeinde.

Mit Pastor Arne Hildebrand als Vorsitzenden hat sich eine Lenkungsgruppe im vergangenen Jahr gebildet, die die Gemeinde zur Fairtrade-Town machen möchte. Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit Lemwerder Teil der „Fairtrade-Region Unterweser“ wird.

Die Unterlagen zum Erlangen des Siegels seien eingereicht. Doch es bedürfe kontinuierlich neuer Bemühungen, damit sich der Fairtrade-Gedanke weiter in der Bevölkerung verfestigt und das Siegel erneuert werde, sagte Bürgermeisterin Regina Neuke. Deshalb ging es dieses Mal nicht nur ums Essen, sondern auch um Kleidung.

Kämmerin Jutta Zander hatte den Kontakt zu „Ecoture“ hergestellt – einem Laden in Vegesack auf der anderen Weserseite, der nachhaltige, bezahlbare und tragbare Designermode anbietet. Bei der Suche nach Models war Zander im Gymnasium Lemwerder fündig geworden.

Bevor sich die Sieben- bis Zehntklässler in immer neue Outfits warfen, nutzte Mitschüler Long die Gelegenheit, Ladeninhaberin Sonja Stellmann einige Fragen zu stellen. Er wollte wissen, unter welchen Bedingungen die Kleidungsstücke hergestellt werden, was Stellmann davon halte, dass Lemwerder Fairtrade-Gemeinde werden wolle, wie sich die Zielgruppe ihrer Kunden zusammensetze oder ob sie plane, ihr Sortiment zu erweitern.

Besonders die Jeansproduktion mit immer neuen Waschungen sei ein schmutziges Geschäft, erklärte Stellmann. Bei der Herstellung ihrer Kleidung werde nur mit Non-Profit-Unternehmen zusammengearbeitet, die ihren Arbeitern im Krankheitsfall Lohnfortzahlung garantieren und genug Geld, damit deren Kinder statt zu arbeiten die Schule besuchen können.

Aber auch Fertigkeiten sollen erhalten bleiben. Um Ausbeutung zu unterbinden, müssen alle mitziehen, betonte Stellmann. Und das funktioniere nicht, wenn man sich einfach hinsetzt und sagt: Bitteschön. Um langfristig Sicherheit garantieren zu können, dürfe nicht von Land zu Land gezogen werden, um das günstigste Angebot zu suchen.

Vielleicht finden sich beim nächsten Mal auch einige Ü-50 Models, hoffte Jutta Zander. Das zweite faire Frühstück war auf jeden Fall im wahrsten Sinne des Wortes ein voller Erfolg. Deshalb soll es im nächsten Jahr wieder ein Frühstück geben.

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EDEKA | Eine-Welt-Laden

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