Frage: Können Sie sich noch an das allererste Stück erinnern , dass Sie auf der Gitarre spielen konnten?

Malte Vief: Ja, das war „House of the rising Sun“. Meine Eltern besaßen die Platte von den Animals. Das Stück war damals eigentlich zu schwer für mich. Aber es hat mich angefixt, und ich habe mich richtig reingehängt, um es spielen zu können.

Frage: Wie alt waren Sie da?

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Malte Vief: Ich war, glaube ich, elf Jahre alt. Meine Mutter und meine Schwester besaßen beide eine Gitarre. Diese Instrumente konnte ich benutzen. Irgendwann hatte ich dann eine eigene Gitarre.

Frage: Wie ging es danach weiter?

Malte Vief: Ich habe an der Musikschule Wesermarsch angefangen, bei Heinrich Wedemeyer. Dann habe ich als Jungstudent Unterricht an der Hochschule Bremen gehabt. Nach dem Schulabschluss ging es nach Hamburg. Dort habe ich fünf Jahre lang klassische Gitarre studiert. Die nächste Station war Dresden. Es gibt dort einen Studiengang Akustik-Gitarre, in dem man sehr frei ist mit dem, was man tut. Ich hatte schon als Jugendlicher damit angefangen, eigene Stücke zu schreiben. Das konnte ich in den vier Jahren in Dresden gut vertiefen.

Frage: Sind Eltern nicht entsetzt, wenn ihnen der Sohn eröffnet, dass er professioneller Musiker werden möchte?

Malte Vief: Da habe ich großes Glück gehabt. Ich war der einzige ambitionierte Musiker in der Familie; da hatte ich im positiven Sinne einen Sonderstatus. Meine Eltern haben mich bei meinen Plänen immer unterstützt.

Frage: Kann man durch bloßes Üben so gut werden? Oder braucht es besonderes Talent?

Malte Vief: Natürlich muss man viel üben, und es braucht auch ein gewisses Grundtalent. Aber ich glaube, um Profimusiker zu sein, bedarf es vor allem der richtigen Einstellung.

Frage: Nämlich welcher?

Malte Vief: Manche Leute könnten Profis sein, sind es aber nicht, weil ihnen das Lebensgefühl dazu fehlt. Man muss mit der Selbstständigkeit klar kommen und auch mit einer großen Portion Unsicherheit. Und man muss vor allem so viel Leidenschaft mitbringen, dass sie auch dem Druck und der Routine, die sich irgendwann einstellt, standhält.

Frage: Wie sieht der Arbeitsalltag des Musikers Vief aus?

Malte Vief: Der Arbeitsalltag besteht vielleicht zu 50 Prozent aus Musikmachen. Der Rest ist viel Arbeit am Schreibtisch: Kontakte knüpfen, Veranstalter anrufen und so weiter. Ich gebe Notenhefte heraus und betreute zudem andere Musiker. Das ist schon ein sehr vielschichtiger Job.

Frage: Ihre Musik ist ja nicht gerade etwas für die Charts. Mal Hand aufs Herz: Kann man davon leben?

Malte Vief: Man kann viel leichter und besser davon leben, als manche Leute vielleicht denken. Aber man muss sich auch viel kümmern und immer am Ball bleiben.

Frage: Mit welchem Musiker würden Sie gerne mal zusammen ein Konzert geben?

Malte Vief: Es gibt viele Musiker, vor denen ich sehr große Hochachtung habe. Am liebsten stehe ich aber mit meinen Mitmusikern auf der Bühne, weil ich mit ihnen meine Musik spielen kann. Das empfinde ich als großen Luxus.

Frage: Was bedeutet Ihnen der Gewinn eines Wettbewerbes wie des „Songdoor 2014“?

Malte Vief: Natürlich freue ich mich über eine solche Auszeichnung und bin stolz darauf. Außerdem ist es eine sehr gute Werbung für mich. Aber ich gehe mit solchen Dingen inzwischen ziemlich entspannt um. Letztlich ist die Auswahl der Jury immer eine subjektive Entscheidung. Und ich stelle die Gitarre nicht in die Ecke, wenn es mal nicht klappt mit dem Sieg.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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