Brake Dämmriges Licht, eine alte, abgenutzte Bar und Damen in Korsage, Netzstrümpfen und Spitze – die Niederdeutsche Bühne Brake entführte ihre Zuschauer am Donnerstag in das verruchte und berüchtigte St. Pauli, genauer gesagt in das Lokal „Fair Play“, in dem reichlich Seemannsgarn gesponnen wurde und sich das ein oder andere Familiendrama abspielte.

Das Lustspiel „Een, twee, dree, St. Pauli“ von Norbert Tank lebt von allerlei Döntjes und anzüglichen Witzen. Den Zuschauer zog es hinein in die gemütliche Hafenkneipe, in der die „Deerns“ oder auch leichten Mädchen (Sarah Harms, Sandra Renken, Tina Jakobs, Claudia Uffmann) zum lebenden Inventar gehören; wie auch Felix, alias Felicitas (Klaus Decker), ein Transvestit, der Stammgast bei Wirtin Kiki (Birgit Harms) ist. Felicitas ist der Vater von Lena (Chiara Mende), einer 28-jährigen Flensburgerin, die auf dem Kiez ihren Vater sucht und dabei direkt im „Fair Play“ landet.

Wirtin Kiki nimmt als „Engel von St. Pauli“ die junge Frau bei sich auf, um das Zusammentreffen mit dem Vater in Frauenkleidern zu verhindern. Auch ihre nachgereiste Mutter Heike (Ute Haar) bringt die gutmütige Kiki unter. Heike sorgt zugleich für ordentlich Schwung in der eher mäßig laufenden Kneipe und will wieder Geld in die leere Kasse spielen. Ihr Striptease, der in einem schwarzen Spitzen-Negligé endet, stellt einen der vielen Höhepunkte des Stückes dar.

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Zu einer weiteren Krönung kommt es dann am Ende des ersten Aktes: Lena fährt erschrocken zurück, als sich die Frau mit reichlich türkisem Lidschatten, falschen Wimpern, Federboa und hochhackigen weißen Schuhen als ihr Vater entpuppt, der sich in einer theatralischen Geste seine rote Perücke vom kahlen Kopf reißt. So wurde das Publikum hin und her gerissen zwischen feuchtfröhlicher Leichtigkeit, flotten Sprüchen und dramatischem Ernst.

Lieder wie „Es gibt kein Bier auf Hawaii“, „Kann denn Liebe Sünde sein“ oder „Junge, komm bald wieder“, gespielt von Anke Hagenbucher, Angelique Neese und Ralf Jacobs, luden dabei regelmäßig zum Schunkeln und zum ausgiebigen Tanzen ein – auch mit dem Publikum.

Unterhaltsamer Dauerbrenner der Handlung war immer wieder das Lied „Auf der Reeperbahn“, das Seemann Jonny anstimmte. Jann Blohm brillierte in dieser Rolle als Schürzenjäger und sorgte als leicht dösiger Trunkenbold mit dürftigen Sprachkenntnissen für reichliche Lacher. Schließlich findet er mit Heike aus Flensburg seine Liebe.

Wirtin Kiki hingegen sehnt sich vergeblich nach ihrem Seemann Hein, der sie vor vielen Jahren im Stich ließ. Es beginnt ein Verwirrspiel, als selbiger (Heino Buerhoop) plötzlich in der Kneipe steht, am Ende aber doch nur zu einer Inszenierung gehört, um mehr zahlende Gäste in das „Fair Play“ zu locken.

Am Ende ist im vollen BBZ-Forum eine gelungene Inszenierung über die Bühne gegangen, die das Publikum mit langanhaltendem Applaus belohnte.


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Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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