RODENKIRCHEN Es raschelt und klimpert leise, wenn sich die Frauen zur Musik bewegen. Schwungvoll und zugleich lasziv wirken ihre Hüftkreisel, die an arabische Bauchtanzelemente erinnern.

Im Jugendzentrum Rodenkirchen erklingen merkwürdig asiatisch anmutende Töne. Es sind schnelle Rhythmen voller Lebenslust und Leidenschaft. Die Tänzer beginnen schon nach wenigen Minuten zu schwitzen. Es macht Spaß, aber es ist auch eine sportliche Angelegenheit, wenn die Abteilung Bollywood von Ebby’s Tanztruppen ihre Tänze einstudiert.

Herzschmerz und Musik

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Vorbild für die Gruppe sind die Tanzszenen in den indischen Bollywood-Filmen, in denen es um Herzschmerz, Kitsch und eben viel Musik und Tanz geht. Was in Indien bereits seit den 70er Jahren ein Millionengeschäft ist, erfährt erst in den zurückliegenden Jahren in Europa einen ungebremsten Zulauf. Bollywood ist mittlerweile auf der ganze Welt bekannt und beliebt und so verwundert es nicht, dass auch die Tänze aus den Filmen eine wachsende Fangemeinde haben.

Bis zu sechs Monaten dauert es, bis die 19 Frauen und 5 Männer im Alter von 13 bis 66 Jahren unter Michael Ebbers Anleitung einen neuen Hindi-Tanz gelernt haben. Sie dauern sechs Minuten und länger und haben viele verschiedene Elemente, die Tanzlehrer Ebby in viele kleine Schritte unterteilt. „Es ist richtig harte Arbeit“, weiß Ahmed Hashmi, der aus Pakistan stammt und den Bollywood-Film für sich entdeckte. Er kenne alle Filme, behauptet er von sich. Als einer von nur fünf Männer hat er kein Problem, mit so vielen Frauen zu tanzen. „Man gewöhnt sich an alles“, lacht er gut gelaunt und wünscht sich, dass noch mehr Männer den Mut finden, bei der Bollywood-Truppe mitzumachen.

Als relative Anfängerin stieß Bianca Büsing vor einem Monat zur Gruppe. Blitzschnell lernte sie den ersten Tanz in nur vier Wochen. „Das ist schon sehr erstaunlich“, lobt Tanzlehrer Ebby. „Ich mag einfach die Lieder und habe auch die Filme zu Hause“, erzählt die Nordenhamerin, die mit einer weiteren Tänzerin in Nordenham eine kleine Gruppe bildet.

Stoffe aus dem Internet

Und dann sind da noch die vier Frauen von den Philippinen. Die Inselgruppe liegt rund 12 000 Kilometer von Indien entfernt, und doch schwappte die Bollywood-Welle auch dorthin. Sie bestellen sich schöne aufwändig verzierte Stoffe im Internet. Sie lassen sie dann von Schneiderinnen nähen und anpassen. Alle Kleider sehen anders aus, keines gleicht dem anderen. Die Farben- und Mustervielfalt ist enorm. Zusammen ergeben sie ein äußerst buntes Bild wie in den Filmen. In ihren schillernden Gewändern mit Paletten und Goldverzierungen kommen die Frauen dem Outfit ihrer Filmvorbilder schon recht nahe.

Und auch die Männer ziehen sich bollywood-typische Kleidung an, die locker um ihren Körper wallt und genug Bewegungsspielraum für die Tänze lässt.

Die erste Bollywood-Gruppe wurde vor knapp zwei Jahren gegründet, weitere folgten. Bisher beherrschen die Schüler drei Tänze. Der vierte Tanz wird gerade erlernt. Es wird noch etwas Zeit ins Land gehen, bis ihn alle perfekt zeigen können.

Momentan existieren Bollywood-Gruppen in Nordenham, Stadland, Großenmeer und Seefeld. Sie sind nicht sehr groß, nur selten werden sie zusammengeführt. Insgesamt sechs Auftritte sind 2011 eingeplant, weitere folgen.

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