BERNE Zunächst hält sich der junge Mann im Hintergrund. Er trägt ein weites Gewand aus Seide, einen sogenannten Salwar Kameez, die traditionelle Bekleidung der Männer in Indien, farbenfroh und luftig. Vor ihm haben sich sechs Damen der Bollywood-Tanzgruppe Chandini aufgebaut. Auch sie sind in bunte Gewänder gehüllt. Elegant bewegen sie sich über die Parkettfläche der Berner Kulturmühle.

Plötzlich stimmt auch der junge Mann in die Choreographie mit ein. Hastig umkreist er die Frauen, die sich allerdings wenig beeindruckt von dem Werben des überaus engagierten Buhlers zeigen. „Es ist ein Liebestanz, sehr energiegeladen“, erklärt Ahmed Hashmi. „Es geht um den Dialog zwischen Mann und Frau“, ergänzt Jutta Huhle. Die Bernerin leitet die Gruppe. Schon seit rund fünf Jahren bietet sie die so ausdrucksstarke Tanzform an.

Der 23-Jährige Hashmi ist das einzige männliche Mitglied bei Chandini, der Bollywood-Tanzformation aus Berne. „Als ich 2006 meinen ersten Bollywood-Film gesehen habe, wusste ich sofort – das ist es“, erinnert er sich.

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Und wer schon einmal einen solchen Film gesehen hat, der weiß, dass es sich dabei um eine höchst einzigartige Kunstform handelt. Wesentlicher Bestandteil der Filme ist stets Musik und Tanz.

Und eben dies begeistert den in Pakistan geborenen Mann: „Das Flippige in den Filmen ist einfach einzigartig. Überall wird getanzt. Meistens handeln die Filme von der Liebe. Aber eben auf viel schönere Art als etwa in amerikanischen Filmen.“

2010 stieß Hashmi zu Chandini. Ein Jahr zuvor hatte er sich bereits in Brake, wo er auch wohnt, einer Bollywood-Formation angeschlossen. Mit beiden Gruppen trainiert er je einmal wöchentlich, dazu tanzt er noch Standard- und Formationstanz. „Fünf Stunden pro Woche insgesamt“, schätzt er.

Hashmi: „Durch den Bollywood-Tanz habe ich meine Wurzeln wiedergefunden. Zwar bin ich in Pakistan geboren, allerdings spreche ich Hindi und fühle mich dieser Kultur sehr verbunden. Sei es durch das Anschauen der Filme oder das Nachstellen der Filmchoreographien. Hier kann ich frei sein. Das Tanzen ist einfach mein Sport.“

In der Zukunft will der Verwaltungsfachangestellte das Land und die Kultur, der er sich so verbunden fühlt, auch einmal aus nächster Nähe anschauen. „Das wäre ein Traum.“

In diesem Punkt ist ihm Jutta Huhle voraus. Die 47-Jährige ist gerade aus einem Indienurlaub zurückgekehrt und teilt die Faszination für die bunte, fröhliche Kultur und die Menschen dort: „Tanzen gehört da einfach zum Alltag.“ Für ihre Gruppe hofft die Bernerin jetzt auf weiteren Zuspruch. Getroffen wird sich donnerstags ab 18 Uhr in der Kulturmühle. Kontakt: Telefon 0177/4957940.

Tim Gelewski Agentur Hanz / Redaktion Jever
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