Abbehausen Wem ist in Abbehausen noch Wilhelm Friedrich Ohmie ein Begriff? Seit Sonnabend sind es ein paar Menschen mehr, die mit diesem ungewöhnlichen Namen etwas anfangen können. Und das haben sie einer ungewöhnlichen Frau zu verdanken: Nancy Corbett.

Zurzeit in Hamburg

Sie ist seit Jahrzehnten im diplomatischen Dienst der Vereinigten Staaten tätig, hat die ganze Welt gesehen vom Kongo bis Afghanistan. Seit Oktober 2013 vertritt sie ihr Land in Hamburg – und das liegt für amerikanische Verhältnisse ganz dicht bei Abbehausen.

Und Abbehausen ist der Ort, aus dem ihr Urahn Wilhelm Friedrich Ohmie stammt. Seit Sonnabend kennt Nancy Corbett diesen Ort nicht nur aus eigener Anschauung, sondern auch ansatzweise aus der ihres Vorfahren.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der war am 10. Oktober 1857 in Abbehausen zur Welt gekommen. Als Dienstknecht arbeitete er hier auf einem Marschenhof. Mit 15 Jahren wechselte er vom baptistischen zum evangelisch-lutherischen Glauben und ließ sich, so ist es in den Kirchenbüchern festgehalten, in der Seefelder Kirche taufen. Am 2. Januar 1884 dann erhielt Wilhelm Friedrich Ohmie unter der Personenkennung I 141 vom Amt Brake „die Erlaubnis“, nach Amerika auswandern zu dürfen. Im Bundesstaat Indiana fand er ein neues Zuhause.

Wilhelm Friedrich Ohmies Urenkel Franklin Corbett und dessen japanische Ehefrau Ikuko waren extra aus den USA nach Norddeutschland gereist, um einmal zu sehen und nachzuerleben, wovon die Urgroßmutter immer so häufig erzählt hatte. Es war zunächst allerdings nicht so ganz einfach gewesen herauszufinden, wo genau der Urgroßvater damals gelebt hatte und wann er in die Staaten emigriert war, doch die Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde und auch das Staatsarchiv in Oldenburg halfen, seinen Lebensweg zumindest in Fragmenten nachzuzeichnen.

Begleitet wurde der Urenkel von seiner Cousine Nancy Corbett, die als Generalkonsulin in Hamburg auch für Bremen und die Flächenländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. In diesen Ländern leben etwa 20 000 amerikanische Staatsbürger.

Mit dabei in der kleinen Reisegruppe als Koordinator und Dolmetscher auch Dr. Heiko Herold, Presse- und Programmreferent des Generalkonsulats in der Elbmetropole. „Wir sind eine Woche lang auf Dienstreise unterwegs. Davon allerdings leider nur einen Tag lang in Abbehausen“, sagte Herold. Es sei übrigens die letzte Dienstreise der Generalkonsulin, weil ihre Amtszeit am 12. Juli endet. Und da die Reise teils auch privaten Charakter trage, habe Nancy Corbett bewusst auf Personenschutz verzichtet.

Kirchen und Mühle

Um die wenigen Stunden auf den Spuren ihrer Vorfahren möglichst effizient nutzen zu können, hatten sich die Corbetts an Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wedemeyer gewandt, der nach anfänglich leichter Irritation über den angekündigten „hohen Besuch“ nun in gebotener Eile ein interessantes Programm strickte. Dabei konzentrierte er sich auf Gebäude, die es schon damals, Ende des 19. Jahrhunderts, in Abbehausen und Ellwürden gegeben hatte und die deshalb ansatzweise ein Gefühl dafür vermitteln können, was der Knecht Wilhelm Friedrich Ohmie in den längst vergangenen Tagen erlebte: Es waren Besuche in den Kirchen Abbehausen und Seefeld und ein Gespräch mit Pfarrer Matthias Kaffka, ein Abstecher zur Moorseer Mühle und eine Stippvisite im Nordenham-Museum, wo Museumsleiter Dr. Timothy Saunders die Gäste durchs Haus führte, sowie ein Blick auf die einzigartige Sammlung des Historischen Kaufhauses J.H. Büsing Sohn.

Hier wurden die Besucher von den beiden Vorsitzenden des Fördervereins Lisa Pargmann und Hans-Hermann Struß herzlich empfangen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.