NORDENHAM Sie hat in der Nachbarschaft gesammelt, bei den Arbeitskollegen, im Sportverein, im Freundeskreis. Und natürlich hat sie auch selbst Pakete gepackt: mit Malstiften, Malbüchern, Mützen, Schokolade, Zahnpasta. Cornelia Rehberg ist aus Großenmeer nach Nordenham gekommen. 20 Kartons hat sie im Kofferraum. Und als sie am Freitagvormittag bei Lydia Kairies vor der Tür steht, wird sie mit einem strahlenden Lächeln empfangen.

Vor einigen Jahren habe sie in der NWZ von der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ erfahren. Und seitdem macht sie sich Jahr für Jahr mit voll gepacktem Kofferraum auf den Weg nach Nordenham. Die Sammelstelle für die Überraschnungspakete, die größtenteils für arme Kinder in Osteuropa bestimmt sind, ist bei Lydia Kairies. Gemeinsam mit einigen Helfern von der Christus-Gemeinde kontrolliert sie die Päckchen auf unerwünschten Inhalt. Dazu gehört zum Beispiel Kriegsspielzeug. Dann werden die Päckchen wieder sorgfältig verschnürt und in großen Kartons verstaut. In der nächsten Woche gehen sie auf die Reise. Und Weihnachten sollen sie Kindern Freude machen, die in Waisenhäusern leben oder deren Eltern sich keine Geschenke für ihren Nachwuchs leisten können. Organisiert wird die Aktion von dem Verein Geschenke der Hoffnung.

Lydia Kairies stellt Jahr für Jahr ihre Wohnung als Sammelstelle zur Verfügung. Im vergangenen Jahr sind von Nordenham aus 375 Pakete auf die Reise gegangen. Auf eine ähnliche Anzahl hofft die 73-Jährige auch in diesem Jahr wieder. Noch an diesem Sonnabend ist die Sammelstelle am Mittelweg 32 geöffnet: von 10 bis 18 Uhr. Wer einen Karton packen möchte, sollte ihn mit neuwertigen Dingen des täglichen Bedarfs füllen: Das können Schulsachen, Hygieneartikel, Kleidung, Spielsachen und Süßigkeiten sein. Mit einem Aufkleber wird angezeigt, ob das Päckchen für einen Jungen oder ein Mädchen bestimmt ist. Für die Transportkosten sollten sechs Euro beigelegt werden.

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Seit zwei Jahrzehnten ist die Coverband das Nordenhamer Aushängeschild in Sachen Partymusik. Das Jubiläumskonzert steigt am 5. Dezember in der Friedeburg.

Von Jens Milde

Nordenham „Eigenlob stinkt“, sagt der Prime-Time-Gitarrist Jörg „Fete“ Eilers. Und deshalb werben er und seine Kollegen auf ihrer Internet-Seite mit einem Prüfbericht des Nordenhamer Finanzamtes. „Prime Time ist bis heute nicht aus dem musikalischen Unterhaltungssektor mehr wegzudenken“, steht dort geschrieben.

Und vieles mehr, was den Verdacht nahe legt dass beträchtliche Einnahmen in die Kassen der Band geflossen sind. Eine schöne Anerkennung. Zu dumm nur, dass der Fiskus mit seiner überschwänglichen Laudatio eine saftige Steuernachzahlung zu rechtfertigen versuchte. Tatsächlich mussten die Musiker tief in die Taschen greifen. Das war 2006. Und bis heute hat sich bei ihnen das Gefühl nicht eingestellt, gerecht behandelt worden zu sein.

Aber die Geschichte hat auch etwas Gutes. „Es spricht für unsere Freundschaft, dass uns das Finanzamt nicht klein kriegen konnte“, sagt Fete Eilers rückblickend über die überstandene Zerreißprobe. Und so kann Prime Time einen runden Geburtstag feiern. Seit 20 Jahren steht die Coverband auf der Bühne. Am Sonnabend, 5. Dezember, wird gefeiert – mit einem Jubiläumskonzert ab 20 Uhr in der Friedeburg.

1989 begann die Geschichte von Prime Time. Zur Ur-Formation gehörten die Brüder Rene und Tommy Marechal, Jörg Lübken, Fete Eilers, Detlef Kramer und Frank Löwenkamp. Ihren Traum, große Popstars zu werden, hatten einige Mitglieder nach eher bescheidenen Erfolgen in der Band Please Stop Talking zu Grabe tragen. Aber sie brauchten Geld, um die Miete für den Übungsraum zu bezahlen. Die Idee, es mit Covermusik zu versuchen, schaute sich die Gruppe bei Soldiers Return aus Bremerhaven ab. Die machten Covermusik – aber ohne „Schützenliesel“ und „Rosamunde“, sondern mit Titeln von Simon & Garfunkel, Elton John und den Beatles. „Das war damals neu“, erinnert sich Fete Eilers. Und so schlug die Gruppe einen Weg ein, von dem keiner wissen konnte, wohin er führen würde.

Mehrere Umbesetzungen

1989 der erste Stadtfest-Auftritt in Nordenham. „Damals waren hier noch 25 Bands am Start,“ sagt Fete Eilers. Im Laufe der Zeit gab es mehrere Umbesetzungen – aus verschiedenen Gründen. Zur aktuellen Formation gehören Diana Schmidt (Gesang), Michael Ehre (Schlagzeug), Raphael Funk (Percussion), Sven Kretschmer (Keyboard) und die verbliebenen Mitgliedern aus der Gründerzeit: Tommy Marechal (Gesang), Detlef Kramer (Bass) und Fete Eilers (Gitarre).

Knapp zehn Jahre ist es her, als Nordenham eine der größten Partys überhaupt erlebte: das Millenium-Fest auf dem Marktplatz. Prime Time wurde als Live-Band verpflichtet. Mehrstündiges Programm, Technik vom Feinsten: Mit den Aufnahmen, die dabei entstanden, hatte die Band eine exzellente Visitenkarte. So erweiterte Prime Time seinen Radius – bis nach Bremen, Oldenburg und darüber hinaus.

Zu den Höhepunkten der Band-Geschichte gehörten die Beatles-Abende in der Jahnhalle, die Stadtfest-Konzerte in Nordenham, das Robbie-Williams-Programm, das Marktplatz-Konzert bei einer Kundgebung Anfang der Neunziger, als bei Airbus Hunderte von Arbeitsplätzen auf dem Spiel standen. Auch an Begegnungen mit berühmten Musikern erinnert sich Fete Eilers. gerne. Unter anderem ist Prime Time im Vorprogramm von Johnny Guitar Watson und den Temptations aufgetreten.

„Flop des Jahrhundert“

Und dann war da noch die Geschichte mit Bernhard Brink, für Fete Eilers „der Flop des Jahrhunderts“. Prime Time als Vorgruppe für den Schlagerstar. Die Bühne ein LKW-Anhänger in bedrohlicher Schieflage. Brinks Assistent hatte einen gebrauchten Tag erwischt, jubelte seinem Chef ein falsches Playback nach dem anderen unter. Mit welcher Gelassenheit der Schnulzensänger die Pannen-Serie ertragen hat, nötigt den Prime-Time-Musikern noch immer großen Respekt ab. „Einfach bewundernswert“, sagt Fete Eilers, „ein Profi durch und durch.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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