LEMWERDER Der kleine Backsteinbau am Deich birgt ungeahnte Schätze. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus – wie Pastor Thomas Cziepluch vermutet – von Mönchen gegründet. Die erste Gemeinde dürfte nur wenige Mitglieder gehabt haben. Fischer und einige Bauern lebten auf dem spärlich besiedelten Land, das heute der Siedlungsschwerpunkt von Lemwerder ist.

An die Walfängertradition erinnert nicht nur die Stele, die kürzlich im Rahmen eines Kirchenprojekts aufgestellt wurde, sondern auch das große Modell der „Pauline“. Kirchenratsmitglied Hans-Nikolaus Schünemann hat es gebaut und der Kirche gestiftet.

Einen Anhalt für die Zeit des Baubeginns geben die romanischen Fenster an der Ostseite. Die Hallenkirche wurde in Richtung Westen möglicherweise mehrmals erweitert. Im Jahr 1652 stiftete Kapellenvorsteher Johann Böning den kleinen Kirchturm, der den Abschluss nach Westen darstellt und der kleinste und schiefste Kirchturm im Oldenburger Land ist. Durch ihn betritt man die Kirche.

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Der ursprüngliche Eingang war auf der Südseite und ist heute von außen noch teilweise zu sehen. Teilweise, weil einst der Friedhof, der bis vor hundert Jahren die Kapelle umgab, aufgeschüttet wurde. „Er war einfach zu klein“, erklärt Pastor Cziepluch. So wurde quasi in mehreren Etagen beerdigt.

An die Reformationszeit erinnert die Kanzel. Der Erbauer des Schnitzwerks ist nicht bekannt. Unter der Kanzel liegt der große Grabstein von Anna Catharina von Ziegeler. Die Adlige, die 1697 verstarb, hat sich vermutlich um die Kapelle verdient gemacht.

Ganz neuen Datums und ebenfalls sehr wertvoll ist die Orgel. Sie ziert erst seit elf Jahren das Kirchenschiff.

Daten und Fakten zur rund 800 Jahre alten Kapelle am Deich in Lemwerder

Um 1350: Baubeginn der Kapelle, vermutlich auf Initiative von Mönchen.

1586: Die Kirchengeschworenen lassen eine Kanzel erbauen. Das Schnitzwerk zeigt die allegorischen Figuren Justitia (Gerechtigkeit), Fortitudo (Taperkeit), Prudenca (Klugkeit), Spes (Hoffnung) und knüpft damit an mittelalterliche Tugenden an.

1652: Bau des kleinen Turms als westlicher Abschluss des Gotteshauses.

1835: Die Bachsteinfassade verschwindet unter – damals modernem – Putz.

1964: Die Kapelle bekommt einen neuen Altar und neue Bänke. Das ehemalige Altarbild, eine Abendmahlszene, ist noch an der nördlichen Wandseite zu sehen.

1972- 1975: Umfangreiche Renovierung der Kapelle.

Jan Lehmann / freigestellter Betriebsratsvorsitzender / Politikredaktion
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