Frage: Frau Boelmann-Derra, wie steht es um ehrenamtliche Mitarbeit von Gemeindemitgliedern in ihrer evangelischen Kirchengemeinde?
Heike boelmann-Derra: Wir suchen Menschen, die sich bei uns engagieren – und das in ganz unterschiedlichen Bereichen. Wir haben wunderbare engagierte Menschen in unserer Gemeinde, die schon da sind und sich wirklich ganz toll einbringen. Aber wir brauchen auch weitere.
Frage: Was ist konkret gefragt?
Boelmann-Derra: Wir suchen ehrenamtliche Küsterinnen und Küster für die Martin-Luther-Kirche. Wir brauchen Helferinnen und Helfer für den Kaffeeausschank nach Gottesdiensten und bei Festen. Wir könnten auch gut unseren ganz treuen Stamm von Lektorinnen und Lektoren ergänzen.

Entdecken

Wer fit dafür werden möchte, Gottesdienste selber mitzugestalten oder die Welt des Gottesdienstes für sich näher zu entdecken, hat dazu die Möglichkeit in einem von zwei offenen Grundkursen, welche die Oldenburgische Landeskirche kostenlos anbietet.

Themen an vier Samstagen sind unter anderem ein Lesetraining zu biblischen Texten, Aufbau und Dramaturgie des Gottesdienstes, Zugänge zum Verständnis der Bibel oder auch das eigenständige Vorbereiten einer kleinen Andacht.

Wer darüber hinaus Interesse hat, später selbst einen ganzen Gottesdienst ehrenamtlich zu leiten und dort auch zu predigen, kann diesen Grundkurs als erste Station auf dem Weg dahin absolvieren.

Die vier Termine finden in Gemeindehäusern in Oldenburg und Wilhelmshaven jeweils samstags von 14 bis 18.45 Uhr statt – vom 23. November bis 15. Februar oder vom 25. Januar bis 14. März. Für Anmeldungen und weitere Informationen wenden sich Interessierte an Pfarrer Cornelius Grohs per E-Mail (an: cornelius.grohs@kirche-oldenburg.de) oder Telefon (04402/97299313).

Frage: Was machen Lektorinnen und Lektoren?
Boelmann-Derra: Die Gruppe wird ehrenamtlich geleitet von Nicola Melsa. Sie ist ehrenamtliche Prädikantin. Das heißt, sie darf selbstständig Gottesdienste halten und auch die Predigt schreiben. Die Lektorinnen und Lektoren lesen in den Gottesdiensten die biblischen Texte und beteiligen sich auch am Gebet und lesen Ankündigungen der kommenden Woche. In jedem Gottesdienst ist eine Lektorin oder ein Lektor aktiv.
Frage: Wie stark hängt eine lebendige Gemeinde davon ab, dass sich Ehrenamtliche einbringen und nicht alles an der Pastorin oder am Pastor festgemacht wird?
Boelmann-Derra: Die Lebendigkeit einer Gemeinde hängt sehr stark davon ab. Je stärker und vielfältiger sich Ehrenamtliche einbringen, umso lebendiger wird eine Gemeinde. Es macht Spaß. Sie erfahren Gemeinschaft untereinander. Es wird verbindlicher auch für andere. Die Gemeinde wird in vielen Gesichtern sichtbar.
Frage: Welche weiteren Beispiele aus ihrer Gemeinde für ehrenamtliches Engagement können sie nennen?
Boelmann-Derra: Über Lektoren, Küster und Helfer beim Kaffeeausschank hinaus sind unter anderem die Mitwirkenden bei den Kinderbibelwochen und nicht zuletzt der ehrenamtlich tätige Gemeindekirchenrat zu nennen. Seit dem Frühjahr hat unsere Gemeinde sogar einen eigenen Ehrenamtskoordinator: Johannes Rauhut. Zudem hat sich jetzt ein Gemeindemitglied qualifiziert, um in der Abteilung Nordenham der Justizvollzugsanstalt Oldenburg Andachten mit Musik halten zu dürfen.
Frage: Wie können noch mehr Ehrenamtliche mehr Zutrauen und Kompetenz gewinnen, sich aktiv einzubringen?
Boelmann-Derra: Es werden auf landeskirchlicher Ebene immer mehr Fortbildungen angeboten. Zwei Beispiele: Es gibt einen Schnupperkurs zur Gestaltung von Gottesdiensten – um überhaupt eine Idee zu bekommen und zu erfahren, was dahinter steht. Zudem gibt es eine Notfallseelsorge-Ausbildung auch für Ehrenamtliche, darüber hinaus Ausbildungsmöglichkeiten für ehrenamtliche Kirchenführungen. Ich selber werde ab Januar eine „Gottesdienstwerkstatt“ anbieten. Die Teilnehmer können gemeinsam einen Gottesdienst planen und dabei auch ein bisschen experimentieren.
Frage: Was sagen Sie denen, die noch einen kleinen Motivationsschub brauchen?
Boelmann-Derra: Es macht einfach unheimlich viel Spaß, in Gemeinschaft mit anderen etwas zu gestalten. Und es ist eine sinnvolle Tätigkeit. Man kommt mit anderen Menschen in Kontakt, teilt Gemeinschaft, nimmt Impulse für sich selber mit. Das ist auf jeden Fall eine Horizonterweiterung. Wer Interesse hat, soll einfach Kontakt mit mir, Pastorin Christiane Wittrock, Pastor Christopher Iven oder Ehrenamtskoordinator Johannes Rauhut aufnehmen. (Siehe auch Infokasten).
Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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