Brake Ziemlich genau sechs Jahre ist es her, dass ich meine praktische Führerscheinprüfung abgelegt habe. Dementsprechend angespannt bin ich vor meiner Fahrstunde mit Peter Heyer.

Ohne große Vorbereitung geht es los. Während ich meinen Sitz einstelle, erklärt Peter Heyer, worauf man im Winter grundsätzlich achten sollte: „Wichtig ist, dass in der Kühlflüssigkeit Frostschutz ist. Außerdem müssen die Scheinwerfer ab und zu gereinigt werden, sonst kommt das Licht nicht durch.“ Apropos Licht, das schalte ich doch direkt mal an. „Im Zweifelsfall sollte man das Abblendlicht immer einschalten“, erklärt Heyer. Wir fahren los.

Es geht über die erste Kreuzung. Ich lande direkt auf Kopfsteinpflaster. „Das ist ein gefährlicher Fahrbahnbelag, man rutscht schneller als auf Asphalt.“ Auch Fahrbahnmarkierungen sollte man aus diesem Grund meiden. „Hier fahren wir 30“, ruft der 63-Jährige dazwischen und deutet auf das entsprechende Schild. „Im Winter ist es besonders wichtig, dass man langsam fährt. Der Bremsweg verlängert sich, deshalb muss man vorausschauend fahren“, erklärt er und lotst mich in kleine Seitenstraßen, in denen Schnee und Eis die Fahrbahn komplett überdecken. Ich solle eine Vollbremsung machen, meint er. Sofort merke ich, wie das Auto rutscht. Gut, dass keiner vor mir ist. „Man sollte im Winter nicht nur den normalen Sicherheitsabstand halten, sondern am besten doppelt so viel Platz nach vorne lassen“, erklärt Heyer dazu. Grundsätzlich solle man versuchen, möglichst wenig zu bremsen.

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Von der Sonne geblendet

Auch wenn man von einem entgegenkommenden Auto oder von der im Winter besonders tief stehenden Sonne geblendet wird, gilt: sofort runter vom Gas. „Man sollte versuchen, sich an den Fahrbahnbegrenzungen zu orientieren und nicht direkt ins helle Licht schauen“, erklärt mein Fahrlehrer – „und natürlich langsam fahren.“

Auch ich gebe mir Mühe, auf keinen Fall zu schnell zu fahren. Mehrere tausend Fahrschüler hat Peter Heyer in über 40 Jahren in seinem Beruf schon begleitet. Viele von ihnen wollen unbedingt bei Schnee und Eis fahren, erzählt er – „um ein Gefühl dafür zu bekommen.“ Aber auch, wenn man in der Fahrschule keine Erfahrungen mit schlechten Straßenverhältnissen sammeln konnte, hat Heyer einen Tipp: „Wenn man sich im Winter nicht so wohl fühlt beim Fahren, sollte man mal in einer ruhigen Ecke üben. Am besten jemanden mitnehmen, der auch einen Ratschlag geben kann.“

Auf einem großen Parkplatz könne man dann zum Beispiel auch das richtige Kurvenfahren üben: „Am besten sollte man im ersten Gang um die Kurve fahren. In der Kurve selbst sollte man nicht mehr bremsen müssen, die Geschwindigkeit sollte man vor dem Einlenken schon haben“, erklärt der Fahrlehrer.

Sollte man doch ins Rutschen kommen, müsse man sofort die Kupplung treten, damit der Motor keine Kraft mehr übertragen kann, und versuchen gegenzulenken. „Bei Glätte ist es natürlich von Vorteil, wenn man ein Fahrzeug hat mit ABS, da kann man die Bremse voll durchtreten. Wer kein ABS hat, muss mit viel Gefühl bremsen. Die sogenannte Stotterbremse hilft, dass die Räder nicht die ganze Zeit blockieren, und dass das Auto damit noch einigermaßen zu lenken ist.“

Während Peter Heyer von den Besonderheiten des Winters erzählt, schickt er mich durch Brake – ich lerne Ecken kennen, die ich bisher in den drei Monaten in der Kreisstadt noch nicht gesehen habe. Wir fahren auf eine Kreuzung zu, auf der gegenüberliegenden Seite hat es wohl einen Auffahrunfall gegeben. Wenn der Fahrer Abstand gehalten hätte, wäre er sicherlich nicht hinten drauf gerutscht, meint Heyer.

Vorsicht bei Bodenfrost

Langsam aber sicher nähern wir uns wieder der Fahrschule. Die großen Hauptverkehrsstraßen sind gut gestreut, also gebe ich wieder etwas mehr Gas. „Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass überall richtig gestreut ist“, meint Heyer. Sofort werde ich wieder ein bisschen langsamer. „Gefährlich ist es vor allem, wenn die Temperaturen knapp über Null sind. Im Boden ist ja immer noch Frost drin, es kann also immer noch glatt sein“, erklärt der Fahrlehrer.

Ich fahre auf den Parkplatz vor dem Fahrschulgebäude – richtig einparken muss ich mit dem für mich ungewohnt großen Auto zum Glück nicht. „Die Handbremse ziehe ich im Winter grundsätzlich nicht an“, meint Heyer, als ich das gerade tun möchte. Im Großen und Ganzen hätte ich die Fahrprüfung bestanden, lacht mein Fachlehrer, „aber im Winter muss man auch mal langsamer machen.“ Worte, die ich noch von vor sechs Jahren kenne.

Gloria Balthazaar Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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