NORDENHAM Lag es an dem niederdeutschen Songpoeten Helmut Debus, am abwechslungsreichen Vortragsprogramm oder an der Gemütlichkeit in den weihnachtlich geschmückten Räumlichkeiten, dass am Sonnabend so viele Gäste in die Weserterrassen kamen? Hans-Rudolf Mengers, Vorsitzender des Rüstringer Heimatbundes, freute sich jedenfalls, dass rund 180 Mitglieder und Freunde der Vereinigung zum plattdeutschen Nachmittag erschienen waren. Die traditionelle Veranstaltung, die Dieter Auffarth organisiert hatte, fand zum 36. Mal statt.

Das Programm eröffneten Kinder der Lernwerkstatt „Plattdeutsch“ der Grundschule Hammelwarden mit Gedichten und kleinen Geschichten. Ihre Leiterin Hannelore Bohlken, die dem Nachwuchs ehrenamtlich die plattdeutsche Sprache vermittelt, probt einmal wöchentlich mit den Kindern.

Mit nachdenklich stimmenden, aber auch lustigen plattdeutschen Geschichten und Erlebnisberichten präsentierten sich Mitglieder des Rüstringer Schrieverkrings. „Gedanken to Wiehnachen“ brachte Martin Eden zu Gehör und beschäftigte sich mit dem Kaufrausch heutiger Zeiten im Vergleich zu früheren Jahren. Myra Stuhrmann erinnerte an die schwierigen Kriegs- und Nachkriegszeiten in Ostpreußen. Erwin Tönjes befasste sich in seinem Vortrag mit seiner Kindheit, den Kriegsereignissen und der allgemeinen Entwicklung. „Wi hebbt blots een Eer, un de mööt wi erhooln“, sagte er.

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Der erheiternde Vortag von Erika Braasch hieß „Boris Becker“ und beschäftigte sich mit dessen oftmals schwierigem öffentlichen Leben und Auftreten im Vergleich zu „Normalbürgern“. Von Naturbeobachtungen berichtete Ewald Gerke, und Amanda Kummerhoff aus Jaderberg führte den Zuhörern eine Autobahnfahrt im Schneesturm mit stundenlangem Stau und allen dazugehörigen Widrigkeiten vor Augen. Erwin Jürgens beendete die kleine Vortragsreihe mit Erlebnissen, die er mit seinen Ziegen zu Weihnachten 1946 hatte.

Christa Fehlhaber und Anne Petershagen hatten mit Kindern vom Plattdüütsch-Chor Schwei Gedichte und Lieder einstudiert, die mit viel Beifall aufgenommen wurden, wobei insbesondere die Solostimmen das Publikum begeisterten.

Sodann stand eine weitere Solostimme auf dem Programm – und zwar eine berühmte: Der Liedermacher Helmut Debus trug ohne Verstärkeranlage einige seiner lyrischen Lieder vor. „Danz, danz, danz“, sang der international bekannte und ausgezeichnete plattdeutsche Sänger ebenso überzeugend wie Lieder vom Licht auf der Weser und viele andere Stücke abseits vom Zeitgeist. Seine „dunkelbunten“ Lieder haben eine stille Kraft, die von Aufbruch und Suche, von Sehnsucht und Vergänglichkeit handelt. Großer Beifall war dem singenden Dichter sicher.

Zum Schluss des plattdeutschen Nachmittags erhoben sich alle Gäste, um gemeinsam die Heimathymne „Hurra Butjarland" anzustimmen.

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