BRAKE Die Verzweiflung steht Christine Ulrich alias Sabine Berger ins Gesicht geschrieben. Sie knetet das Telefon, rennt panisch auf der Bühne hin und her, quiekt in den höchsten Tönen und sagt immer wieder „Leonhard!“. Damit ist ihr Mann (Jens A. Rose) gemeint, der in diesem Moment eigentlich in 10 000 Metern Höhe ein Flugzeug über den Atlantik steuern sollte.

Zu blöd, dass die Fluglotsen streiken und der Ehemann überraschend nach Hause zurückkehrt. Denn da hockt Sabines Liebhaber Peter Rabe (Klaus Decker) in der Badewanne und kann sich nicht mehr rühren – Bandscheibenvorfall.

„Rismus Rasmus oder – de Bandschiebenvörfall“ heißt die Komödie, zu der sich am Donnerstag im BBZ-Forum für die Niederdeutsche Bühne Brake der Premieren-Vorhang hob. Für die Inszenierung zeichnet ein Mann aus den eigenen Reihen verantwortlich, nämlich Heinz-Werner Horstmann. Und der hat gute Arbeit geleistet.

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Tempo und das richtige Timing sind entscheidend, damit eine Boulevard-Komödie funktioniert. Langsam, aber sicher muss sich das Chaos zuspitzen. Und wenn die Akteure noch gar nicht ahnen, was an Katastrophen auf sie zukommt, muss es das Publikum längst wissen. All das hat Horstmann bei seiner Regie berücksichtigt. Die Darstellerinnen und Darsteller haben es in einem geschmackvollen Bühnenbild vortrefflich umgesetzt. Damit sicherten sie sich den lang anhaltenden Applaus des Publikums.

„Moral ist das Rückgrat der Nation“, hat TV-Moderator Peter Rabe gerade eben noch im Fernsehen gepredigt. Und dann vermasselt ihm das eigene Rückgrat die Tour. Ein eilig herbeigerufener Arzt (Jürgen Schenk) wird Leonhard als Klempner verkauft.

Der Heimkehrer braucht in dem immer halsbrecherischer werdenden Lügengebäude keine zehn Minuten, um komplett die Übersicht zu verlieren, und hat im Übrigen selbst ein Problem – nämlich die reichlich angeschickerte Stewardess Annabelle (Ute Seyberth), die in der vermeintlich leeren Wohnung einen Kollegen Leonhards zum Schäferstündchen erwartet.

Die PR-Managerin von Peter Rabes Sender (schön zickig: Sandra Renken) sucht derweil ihren Moderator. Und mitten durch dieses herrliche Chaos irrlichtert der blinde Klavierstimmer Herr Pfeiffer (toll gespielt von Hans-Dieter Becker), der nie seinen Tee bekommt, aber viel mehr mitkriegt, als alle denken – wenn er nicht gerade isst.

Wie die urkomische Geschichte ausgeht? Das zu erfahren, haben Theaterfreunde im BBZ-Forum jetzt noch 13 Mal Gelegenheit.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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